WALTER PENK-LIPOVSKY

+43 1 533 28 81

FRAGEN KOSTET
NICHTS

Literatur

ABHÖREN

Im Kino funktioniert es fast immer. In der Realität ergeben sich hunderte und hunderte nicht vorhergesehene Schwierigkeiten. Die Neugier in Österreich ist groß. Es wird privat recht viel unternommen. Zwei Arten des Lauschangriffes sind am häufigsten anzutreffen; beide haben die Telefongespräche zum Ziel. Entweder hängt man sich per Draht in die Leitung und führt, primitiv ausgedrückt, diesen Draht zu einem Tonband oder aber man versucht, einen Minisender (Wanze) vom Telefonstrom zu speisen, der dann in der Folge die Informationen weitersendet. In verbautem Stadtgebiet sind im Allgemeinen große Distanzen nicht leicht überwindbar. Es genügt aber schon ein geparktes Auto, in dem sich das Tonband befindet oder aber eine Garage, ein Keller und ähnliches.

Mit der erhöhten Technisierung ist auch das Abhören nun eine Wissenschaft geworden. Der Kreativität sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Der Bogen reicht vom kleinen, im Handel erhältlichen Diktiergerät, welches diskret irgendwo hingelegt wird, über zweckentfremdete Kopfhörer bis zu den, an der Grenze des Genialen liegenden, Superinstallationen.

ABHÖRSCHUTZ

Einige Spezialisten beschäftigen sich mit dem Schutz vor Lauschangriffen. Zumeist rufen Klienten an, wenn es schon zu spät ist und sie Informationsabflüsse unerklärlicher Art und Weise hinter sich haben. Bei Überprüfungen werden sämtliche Apparate und Leitungen angesehen, die Spannung gemessen und man versucht, mittels Rückkopplungs-Geräten die Wanzen zum "Sprechen" zu bringen. Es gibt dann noch weitere, höchst komplizierte High-Tech-Verfahren. Stücke dieser Art werden aber meistens auf den Botschaften gespielt.

ADEL

Wer bei europäischem und vor allem deutschsprachigem Adel an Schnitzler und Rilke denkt, irrt gewaltig. Der durchschnittliche, mitteleuropäische Adelige ist ein robustes Pferd, das auf zumeist stämmigen Beinen steht. Eine gute Portion Hausverstand und bisweilen sehr kräftige Ellbogen sind vorhanden. Da ist nichts Filigranes, Ätherisches, Übersensibles. Der österreichische Adel ist miteinander per Du, also die Damen mit den Damen und die Herren untereinander. Es kommt dies höchstwahrscheinlich von dem österreichischen Offiziers-Du, wie es Feldmarschall Radetzky eingeführt hat. Dies wahrscheinlich, um die Offiziere der verschiedenen Nationen mehr miteinander zu verbinden. Es hat sich bis heute gehalten und das Sie-Wort gilt eher als Beleidigung, wobei es natürlich vorkommen kann, dass man nicht ganz genau weiß, ob der andere adelig ist oder nicht. Wenn ein Baron Neumeier den Herrn von Kowalsky trifft, kann es schon zu vorsichtigem Abtasten kommen. In Österreich ist der Wappenring am kleinen Finger in Gold oder in einem Lagenstein graviert das Übliche, aber Vorsicht, ich habe vor vielen Jahren, als dies noch psychologisch etwas gebracht hat, Vertreter erlebt, die im Dorotheum (große Wiener Pfandleihanstalt) und bei Juwelieren mit gebrauchtem Schmuck fündig geworden sind und von einem Tag zum anderen mit so einem Ring ihre Direktionskunden aufsuchten. Der österreichische Adel, der immer zum exklusivsten der Welt zählte, hat ein großes Problem. Wir haben seit Ende 1918 keine Nobilitierung mehr. Es fehlt also am Nachwuchs, das bedeutet Ahnen-Schwund und kein wirklich frisches Blut. Wer wäre denn – würden wir noch in einer Monarchie leben – für die Verleihung des erblichen Adels interessant? Natürlich wieder robuste Naturen. Ich darf zwei Beispiele nennen: das ehemalige Arbeiterkind Franz Strohsack, nunmehr Magna Frank Stronach oder der ehemalige, erfolgreiche Zahnpastavertreter Red Bull Didi Mateschitz. Aus solchen Burschen schnitzt man neue Figuren. Sie würden halt kein Sport-Sponsoring betreiben, sondern einige Summen für Krankenhäuser oder andere Pflegebedürftige spenden.

Ein weiteres Merkmal unserer Leute ist eine gewisse Humorlosigkeit. Es gibt bereits 25-jährige Gaga`s. Das war vor Jahrzehnten nicht so und diese Eigenschaft findet sich auch woanders keinesfalls. Der spanische und englische Adel ist bis ganz hinauf wirklich lustig. Treffen sich bei uns zwei „Aristos", reden sie halbwegs normal miteinander. Kommt ein dritter dazu, wird wie man das hier sagt „beim Fenster hinaus geredet". Nur ja das Gesicht wahren. Es ist dies ein deutliches Zeichen von einer Art resignativer Schwäche. Eines muss man aber unseren Leuten sagen: Der österreichische Adelige arbeitet und dies erstaunlich gut.
Am wohlgelittensten ist der Adel bei der „Gegenseite". Renommierte Sozialisten haben recht gern einen dekorativen Grafen in der Nähe. Er ist ja in keiner Weise gefährlich; gefährlich sind immer nur die eigenen Leute. Ein Konservativer fürchtet sich ja auch nur vor einem anderen Konservativen und nicht vor einem Linken. Im Übrigen sind sich ja der Adelige und der echte Proletarier (bitte nicht „Prolet") wesentlich ähnlicher. Das Ganze ist dann nicht vertikal, sondern horizontal zu sehen.

AGENT PROVOCATEUR

(Lockspitzel), im kriminalistischen Sinn eine Person, die einen potentiellen, zu Straftaten bereits entschlossenen Straftäter zu einer konkreten Straftat provozieren soll, damit dieser überführt werden kann.

Für österreichische Detektive ist prinzipiell die Verlockung zur Begehung von Straftaten bei einem, noch nicht zur Tat entschlossenen, Straftäter verboten.

ALIAS

(lat. anders, sonst, eigentlich), im kriminalistischen Bereich nach dem zusammengesetzten Begriff "Aliasname" gebräuchliches Wort. Dabei handelt es sich um die Bezeichnung für einen beigelegten, falschen Namen. Diesen Namen benutzt der Rechtsbrecher zur Tarnung seiner wahren Identität, entweder bei Begehung einer Straftat oder er legt ihn sich nach Tatbegehung zu, um sich so der Fahndung durch die Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

ALIBI

(lat. anderswo), der zur Widerlegung des Verdachts bedeutsame Nachweis, dass sich der Verdächtige zur Zeit der Tat an einem anderen Ort als dem Tatort aufgehalten hat.

Obwohl sich dabei die für den Strafprozess typische Beweissituation (nicht der Angeklagte muss seine Unschuld dartun, sondern das Gericht muss von seiner Schuld überzeugt sein) umzukehren scheint, da der Betreffende gewissermaßen einen Gegenbeweis anbietet, bleibt es letztlich doch die Sache der Strafverfolgungsorgane, eine solche Alibibehauptung nachzuprüfen und ggf. zu widerlegen.

In juristischem Sinn ist der Alibibeweis eine Beweismöglichkeit, keine Pflicht; sein Scheitern bedeutet, dass der Betroffene kein nachprüfbares Alibi vorbringen kann, ist für sich allein kein Indiz für eine Täterschaft.

Die Kriminalistik unterscheidet zwischen dem Prä-Alibi (das vor der Tat beschaffte Alibi) und dem Post-Alibi, das sich der Täter erst nach der Tat zurechtlegt.

Der Nachweis einer dieser Alibiformen lässt in bestimmten Fällen auch Rückschlüsse auf die Planung der Intensität der Straftat und ihrer Begehung zu. In der Geschichte des Alibis hat sich eine Entwicklung vom rein objektiven Alibi - nämlich dem Nachweis, sich an einem anderen Ort als dem Tatort aufgehalten zu haben - hin zu einer subjektiven Form des Alibis herausgebildet. Hier treten zu dem Begriff des "anderswo" das "anderswer" ("ich habe mich zwar am Tatort aufgehalten, habe die Tat aber nicht begangen") und das "anderswie" ("ich bin aufgrund meiner Fähigkeiten und meiner Persönlichkeit nicht in der Lage, die entsprechende Tat zu begehen") hinzu.

Die Bezeichnung der beiden letzten Formen als "Alibi" ist nicht unumstritten.

ANFÄNGER

Man erkennt sie daran, dass sie den harten Blick von Sean Penn, Bruce Willis oder allenfalls Antonio Banderas üben und ständig eine Waffe tragen, auch dann, wenn nichts los ist. Das ändert sich mit der Zeit. Das Symptom findet sich in fast allen Berufen. Auch die jungen Ärzte tragen immer ein Stethoskop, damit man sie um Gottes Willen nicht mit dem weißgekleideten OP-Diener verwechselt. So hat halt jeder Beruf seine Reichs-Insignien. Später, wenn die ersten Misserfolge und auch Erfolge verdaut sind, tritt die professionelle Mäßigung ein. Ab diesem Zeitpunkt - und erst dann – ist ein Detektiv für den Klienten wirklich wertvoll.
Ein mir bekannter, recht junger Sicherheitsmann hat im Aufzug in die Kabinenwand geschossen. Er übte das „Schnellziehen". Auf einmal war es geschehen. Bitte lachen Sie nicht. Alle Menschen, die allein Aufzug fahren und einen Spiegel haben, glotzen zumindest hinein, wenn sie sich nicht mehr oder minder verliebt anschauen.

ANTRAGSDELIKT

Die Strafverfolgung des Täters erfolgt durch den Staatsanwalt, doch nur, wenn es der in seinen Rechten Verletzte beantragt. Die Initiative zur Strafverfolgung geht vom Verletzten aus. Der Antrag kann wie die Ermächtigung bis zum Schluss der Verhandlung zurückgenommen werden.

AUSLÄNDER

Ausländer sind gute Kunden – oder nicht, unabhängig von der Nationalität. Japaner, die sich lieber von ihren Kindern als vom Geld trennen, können ordentlich zahlen und Deutsche, im Allgemeinen gute Kunden, fallen immer öfter um. Gilt für Inländer, die seriös wirken der Kostenvorschuss von 50 %, muss er für Ausländer immer 100 % sein. Ausnahmen bilden Multis mit österreichischer Niederlassung, aber auch da gilt der Inlandsatz von 50 %. Wer sich dagegen sträubt, soll bei der Konkurrenz kaufen. „No money, no soldiers".
Viele Firmen glauben, weil sie über ein internationales Signet verfügen, dass ihre Bonität über alle Zweifel erhaben ist. Natürlich könnten sie auch 40 Millionen Dollar locker bezahlen, aber es ist keinesfalls sicher, dass sie die, in irgendeinem Schreibtisch, irgendeines Direktors modernde Honorarnote des Detektivs auch immer prompt begleichen. Ich habe da schlimme Erfahrungen.
Es kommt vor, dass das Recherchenresultat irgendjemand Kompetenten Schluckauf verursacht. Das allein kann der Grund sein, dass aus internen, machtpolitischen Erwägungen Kostennote und Bericht nicht existent sein dürfen. Ich weiß, ich weiß, das ist nicht die Norm – aber es kommt vor.

Seit der Ostöffnung haben wir natürlich auch ungebetene Gäste und nicht zu wenig. Die geographisch am nächsten liegenden Hauptstädte sind Bratislava, Prag und Budapest. Die ersten beiden genannten sind für mich reine Verbrechens-Städte, aber auch Budapest entwickelt immer mehr einen schwindelhaften bazarmäßigen Glanz. Es beginnt damit, dass unsere östlichen Nachbarn über eine Polizeitruppe verfügen, deren Bakschisch-Mentalität traditionell ist. Sie waren korrupt, sind korrupt und werden es immer bleiben. Wer dem nicht Glauben schenken kann, möge Reisebeschreibungen der vor­vorigen Jahrhundertwende nachlesen. Das Einzige was bei uns hilft, ist der habsburgisch-strenge Strafvollzug, der nicht zu unterschätzen ist.

BAGATELLEDELIKT

Je nach Rechtsanschauung und rechtspolitischen Erwägungen übliche Bezeichnung von kleineren Delikten, die sich schon im kriminellen Rahmen (z.B. Leistungs-Erschleichung durch Nichtbezahlung von Fahrgeld, Ladendiebstahl), meist aber noch im Bereich des Ordnungswidrigkeitenrechtes, bewegen.

BANKEN

Als Kunden mittelmäßig, wenn auch prompte Zahler. Große Aufträge sind für Detektive selten zu erwarten. Suche nach Schuldnern, gelegentliche Schutzaufträge, manchmal auch Personalüberprüfungen. Als Kunde bekommt man bei den Banken weltweit dann Geld angeboten, wenn man es nicht braucht. Benötigt man es, ist der Rahmen schon schmäler.

Im Allgemeinen wäre es für den Anfänger günstig, zwei Konten zu unterhalten. Eines bei einer roten, das andere bei einer schwarzen Bank. Das geht nicht immer so einfach, weil der Geldfluss zu gering ist und so bei keinem der Konten genug Bewegung ersichtlich ist. Gerade die Kontenbewegung ist wichtig. Ein totes Konto schafft Misstrauen. Sobald es aber möglich ist, sollten Sie auf das zweite Bein nicht verzichten.

Innerhalb von zwei Jahren können Sie überprüfen, welche Filiale mehr für Sie tut. Es schadet sicher nicht, wenn Sie zugeben, dass Sie am Beginn Ihrer Tätigkeit noch nicht über große Summen verfügen, versuchen Sie aber Selbstsicherheit auszustrahlen, das ist besonders wichtig. Halten Sie Ihre Bedingungen ein. Niemals darf ein Scheck oder Wechsel platzen. Verpflichtungen sind dazu da, erfüllt zu werden. Den vereinbarten Kreditrahmen können Sie im Allgemeinen problemlos noch um 10 % ausreizen. Mehr geht bei seriöser Abwicklung nicht. Dann beginnen die Alarmglocken zu läuten.

Es ist nicht allgemein bekannt, dass Banken jedes Pfand zur Sicherstellung nehmen. Das reicht vom wertvollen Bild bis zum Ring an Ihrer Hand. Alles hat natürlich Grenzen. Das hauchdünne Goldketterl Ihrer Freundin mit dem Schmuckstein erregt nur Heiterkeit. Effekten von geringerem Wert nimmt das Dorotheum. Immer noch besser, als das Gesicht verlieren. Das Ganze ist immer eine Frage der Größenordnung. Auch Industrielle verpfänden etwas. In solchen Fällen sind es eben Fabriksanlagen, Feriendörfer, Hochhäuser und ähnliches. Vergessen Sie nie, dass Sie auch als debitorischer Kunde, das ist eine nette Umschreibung für "Krachmandel", Zinsen zahlen müssen und Sie damit der Bank Geld bringen.

Ich kenne einige Leute von exzellentem Ruf, bei denen schon einmal die gotische Madonna und der Barockschrank beim "Restaurieren" waren.

BEAMTE

Die Lage in unserem Land ist nicht günstig. Ein viel zu großer Teil des Staatshaushaltes dient dazu, ein Heer von nichtstuenden Beamten zu unterhalten, die andere am Arbeiten hindern. Man hält Staatsbetriebe am Leben, die nicht wettbewerbsfähig sind, nur damit sie exportieren können. Korruption, Ausbeutung und Menschenverachtung sind die Kennzeichen dieser Entwicklung.

Die Zahl der Staatsbeamten wird immer größer, die Abgaben steigen, die Budgets werden aufgebläht, die Verordnungen, Erlässe und Gesetze vervielfachen sich. Kurz, der Wasserkopf der Verwaltung des Landes wächst. Währenddessen verliert der Staat dramatisch an Autorität. Durch machtlose oder konspirierende Richter, blinde Polizisten, zwielichtige Staatsanwälte. Trotzdem, ich sage bewusst trotzdem, habe ich von den niedersten bis zu den höchsten Rängen eine Reihe von hervorragenden Beamten kennengelernt. Menschen, deren Einstellung sie dazu befähigt, die andere Seite, diese geldfressenden Wanzen, zu ertragen. Ihnen sei an dieser Stelle einmal wirklich Dankeschön gesagt.

Ich persönlich habe nur selten Probleme mit Beamten gehabt. Die Norm war für mich die, dass ich im Rahmen der Möglichkeiten sehr oft wirkliches Entgegenkommen, Verständnis und echte Hilfe gefunden habe. Es wäre auch verfehlt, den Leistungsmassstab eines Unternehmens hier zu übertragen. Die Entscheidungsbefugnis ist hierarchisch eingegrenzt und viele Leute machen den Fehler, mit dem falschen Beamten zu reden. Wenn ich den Hebel ansetzen will, muss ich wissen, an welcher Stelle er wirkt.

BEOBACHTUNGEN

Ein observativer Charakter ist angeboren. Talent und Begabung allein genügen aber nicht. Wer schon einmal zwölf und mehr Stunden in einer Position im Wagen sitzend und auf ein Haus hinstarrend verbracht hat, weiß, wovon ich spreche. Einfachste Lebensbedürfnisse werden da bisweilen zum Problem. Der Grossstadtverkehr tut ein übriges. Staatliche Organisationen helfen sich mit dem "Schirmfächer", also je nach Bedarf noch und noch Beamte, die bereits wie ein Hornissenschwarm um den Observierten tätig sind. Das können Klienten von Detekteien nicht bezahlen und müssen es auch nicht. Unter zwei Mitarbeitern läuft aber heute nichts mehr. Detektive, die geübt im Observieren sind, bringen immer noch erstaunliche Resultate.

Die Themen Beobachtungen und Ermittlungen kommen bei anderen Stichworten immer wieder vor. Lesen Sie ruhig weiter.

BERTILLON ALPHONSE

Anfangs Hilfsschreiber in der Pariser Polizeipräfektur, war er in der Folge Erfinder des Anthropometrischen Messverfahrens. Umfang des Kopfes, Länge der Ohren, Länge der Füße, Körpergrösse und Umfang der Brust wurden bei erwachsenen Verbrechern, bei denen keine Veränderung der Körpermasse mehr zu erwarten war, registriert. Bei der Sicherung von vierzehn Maßen waren nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung gleich 286,435.456 zu 1. Sein ganzes System wurde später durch die Daktyloskopie entwertet. Nach wie vor sind aber bestimmte Merkmale seines Signalements-Systems, so zum Beispiel die Fotographie Profil links- Gesicht en face- Profil rechts, bei der erkennungsdienstlichen Arbeit weltweit erhalten geblieben.

BILDUNG

Es muss einmal gesagt werden, dass unser Beruf intellektuell ist und analytischen Verstand erfordert. Ein sich abmühender Hilfsarbeiter, der permanent den Dativ mit dem Akkusativ verwechselt, ist chancenlos. Es gibt Ausnahmen. Wenn der gleiche Mann auf dem heute leicht zugängigen zweiten Bildungsweg zuerst sein Allgemeinwissen auf den nötigen Stand bringt, hat er durchaus Chancen. Es ist aber ein Unding zu glauben, man könne diesen Beruf, der noch in den Zwanziger-Jahren unseres Jahrhunderts um ein Haar den Freiberuflern zugeordnet worden wäre, mit Nichts im Hirn usurpieren.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Registrierung bei den Gewerbebetreibenden ein grundlegender Fehler war. Es gibt kein Zuviel an geistiger Mitgift, nur ein Zuwenig. Selbstverständlich schließe ich hier den elfenbeinernen Turm des reinen Wissenschaftlers aus. Am Schreibtisch allein gibt es keine universellen Lösungen. Sherlock Holmes und Hercule Poirot sind Romanfiguren, ebenso Mike Hammer und James Bond, die ungeistigen Cousins dieser literarischen Verwandtschaft.

BOTSCHAFTEN

waren früher ein ganz gutes Leibwächtergeschäft. Jetzt gibt es nur mehr Umsätze zu niedrigsten Dumpingpreisen für die Wach- und Schließgesellschaften. Der innere Sicherheitskreis wird ohnedies nur durch landeseigene Sicherheitsleute gebildet. Die Staatspolizei mischt auch gratis mit. Offerte an ausländische Vertretungen können Sie sich ruhig ersparen. Bisweilen werden Chauffeure mit Sicherheitsbewusstsein gesucht, aber die Bezahlung ist im allgemeinen so mickrig, dass man das bestenfalls als Notlösung ansehen kann.

Die Diplomaten selbst benötigen ausser bei vereinzelten Eheproblemen kein Detektivunternehmen. Im Übrigen sind sie zumeist recht sparsam. Ausnahmen bilden die arabischen Länder und die Schwarzen. Die Schwarzen geben ihr ganzes Geld aus und haben überdies noch Schulden und die Araber benötigen allenfalls Personenschutz, der sich aber zumeist so abspielt, dass irgendwelche Mietwagenchauffeure die Familien spazieren führen oder schnell angeheuerte Leute der Wach- und Schliessgesellschaft für 6 Monate in den Orient verschickt werden. Dort wird ihnen der Pass abgenommen, Waffe haben sie keine bei sich, und dann sind sie irgendwie Mädchen für alles.

BÜCHER

Es gibt keine Analphabeten bei uns. Ein Analphabet ist für mich ein Mensch, der mit der Frage konfrontiert: "Was lesen Sie gerade?" antwortet, "Ja, zu Weihnachten hab` ich das und das geschenkt bekommen."

Die Vorbereitung zur Prüfung, der permanente, lebenslange Lernvorgang und das fachlich bedingte endlose Aktenstudium machen uns zu Dauerlesern. Selbst später, wenn die Mitarbeiter draussen sind und man abends oder in der Nacht auf Nachrichten von der "Front" wartet, ist ein ordentliches Buch die wertvollste Hilfe, die Spannung oder auch Langeweile zu überbrücken.

Bitte missverstehen Sie mich nicht, eine interessante Fernsehsendung oder ein schon lange gesuchter Spitzenfilm auf Videokassette sind natürlich was Herrliches, aber Sie sollten doch immer wieder versuchen, eine Stunde mit einem guten Buch zu verbringen. Die Zeit zum Lernen wird ohnedies beim beruflichen Werdegang immer knapper. Gewöhnen Sie sich rechtzeitig daran und verplempern Sie Ihre Zeit nicht sinnlos.

CAPONE

Al Capone, 1899 als Sohn eines Friseurs in Neapel geboren, anfangs in New York bei der "Five Points"-Bande, dann als Leibwächter für Colosimo in Chicago tätig.

Bedingt durch das naive amerikanische Weltverbesserertum (die haben's bis heute nicht gelernt) am 16. Jänner 1920 zum Gesetz erhobene Alkoholverbot, konnte er sich ein Imperium im Alkohol und Rauchgiftschmuggel aufbauen. Von hemmungslosen Rechtsanwälten beraten und mit unzähligen Polizeibeamten auf seiner Lohnliste, regierte er ab 1927 von Florida aus. Hatte interessanterweise eine österreichische Diätköchin. Eine gewisse Sophie Ljasso, Burgenländerin, die ihren Lebensabend, schon leicht paranoid geworden, in den Sechziger Jahren in Wien verbrachte.

CHECKLISTE

Chronologisch, alphabetisch oder in irgendeiner anderen Form systematisierte Stichworte, die künftige Massnahmen inkludieren. Die Prüf- oder Checkliste verwenden wir bei Sicherheitsanalysen, seien es die privaten Domizile, Fahrten oder Büros von gefährdeten Personen oder aber ganze Firmen betreffend.

CIA

Haben Sie gewusst, dass die Leute der CIA (Central Intelligence Agency) auf der ganzen Welt Verhaftungen aussprechen und durchführen dürfen? Sie werden lachen, es gibt wirklich eine interne Anweisung dort. Das nenne ich amerikanische Präpotenz. Damit Sie mich nicht missverstehen, ich habe Freunde, die mich politisch rechts von Ludwig XIV. einordnen. Auch das ist Unsinn, aber die weltweite Tendenz der Dienste, sich im eigenen Land Legitimationen zu holen, die Hoheitsrechte anderer Länder und deren Menschen nicht zu beachten, erscheint mir kindisch. Beim Schreiben dieser Zeilen tut es mir leid, dass General de Gaulle schon so lange tot ist. Er hätte als Europäer allein für diese Frechheit eine Pressekonferenz einberufen. Nicht, dass seine eigenen "Bureaux" besonders zimperlich gewesen wären.

Die französischen Dienste sind allesamt von der "Agentur scheiss mi nix", aber er war halt einer, der zur Zeit eines schwachen Europa, sich bereits demonstrativ aufgerichtet hat.

Ich kenne zwei Leute von der CIA. Der eine hochqualifiziert, der andere ein versoffener Trottel. Beide haben bürgerliche Berufe und werden ihren Lebensabend mit Sicherheit friedlich in Österreich verbringen. Der fähigere und intelligentere der beiden ist natürlich Exilungar.

Die Ungarn sind für linke Sachen besonders begabt. Sie wissen ja, dass ein Ungar mühelos das Kunststück zusammenbringt, hinter Ihnen durch die Drehtüre eines Hotels zu gehen und vor Ihnen herauszukommen.

Wie heisst es so schön: Wer einen Ungarn zum Freund hat, braucht keinen Feind mehr. Meinen eigenen ungarischen Freunden erkläre ich das immer so, dass ich es prachtvoll finde, mit solchen Sprichwörtern ungerecht zu sein. Ich bin gerne ungerecht, das schafft Luft und komischerweise nimmt mir das nie jemand übel.

COMPUTER

Auch unsere Branche ist schon viele Jahre von dieser Welle voll erfasst. Von der elektronisch aufarbeitenden Suchdatei bis zur computerunterstützten Buchhaltung ist die Integration vorhanden. Interessanterweise gibt es in Österreich wenig Aufträge die sogenannte Computerkriminalität betreffend. Es gäbe schon Spezialisten, aber sie werden nicht gerufen.

Vielleicht will man auch fremden Personen den Blick ins Innerste des Betriebsherzens nicht gestatten. Häufiger sind schon die Überprüfungen von EDV-Leuten, wenn Verdachtsmomente für Informationsabflüsse, Entnahme von Daten und eventuelles Liebäugeln mit der Konkurrenz aufkeimen.

Der Ansatzpunkt wäre schon richtig, liegen doch etwa 90% aller Missbräuche und Datendiebstähle bei Mitarbeitern des eigenen Unternehmens. Diese Insiderkriminalität kann ich aber nur bekämpfen, wenn ich mir rechtzeitig Massnahmen überlege. Hier wird für die Sicherheit so gut wie kein Geld ausgegeben, obwohl man das Gegenteil recht gerne hinausposaunt.

CONTAINER

Im Logistikbereich der Geheimdienste Transportbehälter, bei dem es sich äusserlich um einen handesüblichen Gebrauchsgegenstand (z.B. Aktenkoffer, Feuerlöscher, Batterie oder Schraubenzieher) handelt.

Neben Containern, die ständig im Gebrauch sind, gibt es für den einmaligen Transport von ND-Materialien auch sogenannte Einweg-Container. Sie werden, wenn sie geleert worden sind, anschliessend sofort vernichtet.

DAKTYLOSKOPIE

Untersuchung der Papillarleistenbilder. Die Daktyloskopie ermöglicht die Unterscheidung der Menschen aufgrund ihrer Papillarleistenbilder, die im Gegensatz zur übrigen Körperhaut an Handinnenflächen, Fussohlen, Fingern und Zehen vorhanden sind. Sie geht von folgenden wissenschaftlich anerkannten Tatsachen aus: Jeder Mensch hat andere Papillarleistenbilder. Ausschlaggebend für die Einmaligkeit sind die Abweichungen vom normalen Verlauf der einzelnen Papillarleiste. Sie werden anatomische Merkmale genannt. Papillarleistenbilder verändern sich von Natur aus nicht.

Die Daktyloskopie steht im polizeilichen Bereich als Hilfsmittel zur Personenidentifizierung durch Abnahme der Fingerabdrücke, deren Klassifizierung und Vergleich mit dem Bestand von Sammlungen zur Verfügung, um gesuchte Personen, Wiederholungstäter und unbekannte Tote (Leichen-Daktyloskopie) wiederzuerkennen. Darüber hinaus kann durch Vergleich von Tatortspuren mit Bestand von Fingerabdruck-Sammlungen der Spurenverursacher identifiziert werden.

DATENSCHUTZ

Datenschutz ist Täter und Tatenschutz. Berufsdetektive in der ganzen Welt brechen ihn, müssen ihn brechen oder brechen lassen. Das ist die bittere Realität. Es gibt Länder, in denen unsere Kollegen halboffiziellen Status haben, wie zum Beispiel in Spanien. In diesem gelobten Land erhalten sie bei Vorlage des Dienstausweises sämtliche Unterlagen von den Behörden und Polizeistellen. Das ist eine löbliche Ausnahme.

Überall anders gibt es nur Schwierigkeiten. Kriminalbeamte und uniformierte Polizisten brechen ihn bisweilen aus "Gefälligkeit". Da ist jemand in einem Gasthaus oder Möbelhaus etwas schuldig geblieben und der Inhaber weiss eben noch die Autonummer, nicht aber den Halter des Fahrzeuges. Da kam jemand verdächtig hinter einem her und man kennt halt einen Kiberer und lässt ebenfalls den PKW-Halter beauskunften usw. .... Sicher nichts Tragisches, bedenklich stimmt nur der Erfahrungswert, dass der Datenschutz auf hoher und auf politischer Ebene inexistent ist.

Die Vernetzung geht weiter und der Bürgermeister der Stadt Wien kann auf Knopfdruck erfahren, welche Bücher Sie sich wann in den letzten Jahren ausgeborgt haben. Die Wiener Städtische Versicherungs-AG verfügt dem Vernehmen nach durch ihre Nähe zur Gemeinde Wien über Daten, die allem Anschein nach anderen Versicherungen nicht zugängig sind. Der sogenannte Datenschutz ist für die Kleinen erfunden, "big brother is watching you," und das eigentlich relativ ungestört.

DIENST (GEHEIMDIENST)

Der berühmte englische Schriftsteller W. Somerset Maugham sagt in seinem Vorwort zu "Ein Abstecher nach Paris" folgendes:

"Dieses Buch basiert auf meinen eigenen Erfahrungen im Intelligence Department; doch ich habe sie literarisch geformt und bearbeitet. Die Wirklichkeit ist ein kümmerlicher Erzähler.

Sie beginnt irgendwo, aufs Geratewohl, mit einer Geschichte, trödelt unzusammenhängend weiter, verzettelt sich in Nebensächlichkeiten, scheint zuweilen einem dramatischen Höhepunkt zuzutreiben - und verläuft dann doch ohne befriedigende Lösung im Sande."

Der weltberühmte Engländer wusste wovon er sprach. Im Ersten Weltkrieg hat er als Abwehrmann für Grossbritannien gearbeitet.

Wir haben kaum jemals mit "Diensten" zu tun. Kommt es doch vor, dann wissen wir es nicht. Es wird ein anderer Auftraggeber, also ein Rechtsanwalt, eine Firma oder Organisation vorgeschoben. Detektivbüros sind im Prinzip keine gute Tarnung für Geheimdienste. Ein normales, kommerzielles Unternehmen taugt da viel eher. Ich bin der festen Überzeugung, dass alle Geheimdienste der Welt gleichermassen blödsinnig, lächerlich und tödlich sind.

Sie müssen sich permanent etwas beweisen und sind im Grunde genommen etwas ungeheuer Kindisches. Sie werden es nicht glauben, aber die Auslandsabteilung der CIA hat bei einem geplanten Besuch von Präsident Reagan in Venedig nicht gewusst, dass man dort nur sehr schwer mit dem Auto fahren kann. Sie mussten wirklich die Pläne umändern, weil sie das Kanalsystem dieser Stadt nicht erfasst hatten.

Und bedenken Sie bitte, dass die Ehefrau des Präsidenten Bush im Jahre 1989 dem Ehemann der Margret Thatcher in London die Hand geküsst hat, weil sie der Ansicht war, das wäre halt in Europa so üblich. Einige Tageszeitungen haben das im Bild festgehalten. Wahrscheinlich sind sie alle ein notwendiges Übel. Wenn sie noch Securitate heissen (früher Securanca) werden sie halt ein bisserl mehr foltern und wenn sie Secret Service heissen, werden sie (hoffentlich) etwas mehr englische Zurückhaltung an den Tag legen.

Einige Vokabel aus der Schattenbranche

A1, A2, A3, - VERKEHR

Begriff der drahtlosen Nachrichtenübermittlung im Kurzwellenbereich. Unter A1 versteht man tonlose Telegraphie; A2 steht für gemorste Telegraphie; A3 für gesprochene Telephonie (Funksendung).

AUSWERTER

Mitarbeiter einer Behörde, eines Institutes bzw. Geheimdienstes, der sich mit systematischer Sichtung und Sammlung normal zugängiger Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Statistiken, Jahrbüchern usw. befasst.

CONTAINER

Behälter, der zum nachrichtendienstlichen Verkehr benutzt wird. Als Klein-Container werden u.a. Zahnpastatuben, Seifendosen, Konfektschachteln, Schmuckrollen, Brieftaschen und Geldbörsen verwendet.

DOKUMATOR

Lesegerät, das Mikrofilme auf einer Mattscheibe, oder einer weissen Fläche wiedergibt.

FORSCHER

Mitarbeiter eines Nachrichtendienstes, der auf Grundlage der Berichte des Auswerters, Analysen und Charakteristika von Personen erstellt, die nachrichtendienstlich angesprochen werden sollen. Er bereitet am Schreibtisch die Arbeit des Agenten vor, der sodann "an die Front" entsandt wird.

FÜHRUNGSMANN (AUCH FÜHRUNGSOFFIZIER = FO)

Mitarbeiter eines Dienstes als Vorgesetzter und unmittelbarer Auftraggeber eines Agenten im Einsatz. Seine Weisungen erteilt er in der Regel über Funk, durch Kurier oder auch brieflich und telephonisch. Bei direktem Kontakt sucht ihn zumeist der Agent im Heimatland auf, welches der Führungsmann nur in Notfällen verlässt.

KENNUNG

Geheimbezeichnung eines Agentensenders im Funkverkehr.

DUBIOSE KUNDEN

Unter dubiosen Kunden verstehe ich zumeist jene, die nicht zahlen wollen oder können. Dies zu riechen ist wesentlicher Bestandteil jeder selbständigen Tätigkeit, auch der unsrigen. Irrtümer sind auch bei großer Erfahrung eingeschlossen. Ich habe Levantiner erlebt, die korrekt zahlten und Bundesdeutsche, die Tricktäuscher sondergleichen waren. Der erste Schutz besteht in einem möglichst hohen Kostenvorschuss. Jeder Juwelier, jeder Rechtsanwalt, jeder Freiberufler weiß es oder sollte es wissen. Gewisse Handwerksbetriebe haben das sogenannte Restitutionsrecht, so kann also ein Mechaniker den reparierten PKW zurückhalten, bis er die Rechnung bezahlt bekommt. Bei geistigem Eigentum, wie einem Schriftsatz, einem Detektivbericht oder einem implantierten Zahnersatz ist das nicht möglich. Das alles klingt so einfach und auf der Hand liegend; trotzdem geschehen im Druck des Alltagsgeschäftes und bedingt durch listige Existenzen immer wieder böse Fehler.
Es gibt einen äußerst gefährlichen Satz solcher Menschen: „Geld spielt keine Rolle." Da sollten die Alarmglocken läuten. Gerade da spielt es eine große Rolle, oder deshalb wirklich keine, weil nichts vorhanden ist. Auch das Drängen auf schnelle Arbeit ist gefährlich. „Ich kann nicht zu Ihnen kommen. Nehmen Sie den Auftrag telefonisch entgegen." Zumeist reden jene Leute so, die das Problem schon Wochen, Monate, vielleicht Jahre vor sich herschieben. Sei es in meiner Branche oder in irgendeiner anderen. Selbst Tischler und andere g'standene Handwerker versucht man so zu quälen. Die allerdings lassen sich erfahrungsgemäß so etwas weniger gefallen.

Eine gewisse Sorte Kunden neigt auch dazu bei jedweder Art von Bestellung plötzlich ungeheuer zu verarmen. Der Satz: „Ich habe leider nur sehr wenig Geld.", hängt mir seit vielen Jahren beim Hals heraus. Dass vernünftig einkaufen und sparen durchaus legitim ist, weiß ich auch. Es ist mir auch bekannt, dass es genug Dienstleister gibt, die gerne teuer verkaufen. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Problem im Vordergrund steht und nicht die Schnorrerexistenz oder vielfach geübte Einkäuferpraxis den Lieferanten so zu pressen, dass ihm die Tränen in den Augen stehen. Ich kenne einen Wiener Tischler, im Übrigen ein ordentlicher Handwerker, der aus diesem Grund nicht mehr für hiesige Rechtsanwälte arbeitet.

NACHRICHTENDIENSTE UND SPIONAGEABWEHR

Die folgenden Informationen entnehme ich dem Staatsschutzbericht 1997 des Bund.Min. für Inneres.

Aktuelle Situation

Österreich wird nach wie vor als bevorzugtes Operationsgebiet für nachrichtendienstliche Aktivitäten genutzt. Einer der Gründe liegt in den in Österreich geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Voraussetzung für die Strafbarkeit von Personen, die für einen fremden Nachrichtendienst tätig sind, ist, dass diese zum Nachteil der Republik Österreich gehandelt haben. Lediglich bei der Unterstützung eines militärischen Nachrichtendienstes ist dafür der "Nachteil für Österreich" nicht erforderlich. Nicht zuletzt wird auch aufgrund der niedrigen Strafdrohungen kein allzu grosses Risiko eingegangen.

Während die Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Personen mit einem ausländischen Nachrichtendienst früher hauptsächlich ideologischen Ursprungs war, sind heute eher materielle Gründe ausschlaggebend. Bei einem Grossteil der Fälle zeigt sich jedoch, dass die meisten Menschen aus Unwissenheit in nachrichtendienstliche Aktivitäten verstrickt werden. Durch Tippen wird das Interesse des Nachrichtendienstes auf eine Person gelenkt, zu der dann Kontakt aufgenommen wird. Im Zuge der sich langsam entwickelnden freundschaftlichen Beziehung erfolgt eine eingehende Überprüfung der Lebensumstände und Eignung dieser Person (sogenannte Kultivierungsphase). Schwächen wie Spielleidenschaft, Alkoholsucht und dergleichen werden mit Vorliebe genutzt, um jemanden zur Zusammenarbeit zu bewegen. Oder eine über einen längeren Zeitraum hinweg vertiefte Freundschaft zum Führungsoffizier (FO) führt zu kleinen Gefälligkeiten, wie dem Besorgen öffentlich zugänglicher Unterlagen etc., und anderen Probeaufträgen. Bis der Betreffende Verdacht schöpft, ist er meist schon durch sein vorangegangenes Handeln kompromittiert und scheut aus Angst vor Repressalien davor zurück, weitere Aufträge abzulehnen. Bei Perspektivagenten wird der Kontakt dann auf das unbedingt notwendige Masz reduziert und der eigentliche Einsatz erfolgt erst Jahre später. Oftmals werden Agenten auch unter fremder Flagge angeworben, wodurch der nachrichtendienstliche Zusammenhang weiter verschleiert und für den Geworbenen noch weniger erkennbar wird. Der Sitz einer Reihe Internationaler Organisationen in Wien bietet einen guten Zugang zu nachrichtendienstlich interessanten Personen anderer Staaten, die in späterer Folge zur erhofften Informationsgewinnung führen können.

Die Aussenpolitik Österreichs als neutraler Staat war seit jeher ein nachrichtendienstliches Aufklärungsziel. Die Einstellung unseren östlichen Nachbarn wie auch der sowjetischen Politik gegenüber herauszufinden, galt als vorrangig. Die durch den Zerfall des ehemaligen Ostblocks ausgelösten Diskussionen um die Neutralität Österreichs haben das Interesse weiter erhöht. Seit dem EU-Beitritt Österreichs ist auch die österreichische Haltung zu Fragen, wie der NATO- Osterweiterung, besonders interessant geworden.

Nach wie vor sind die ausländischen Dienste bestrebt, nachrichtendienstliche Mitarbeiter in diplomatischer oder nichtdiplomatischer Funktion an ihren Vertretungen in Österreich zu stationieren. Bei Vorliegen konkreter nachrichtendienstlicher Erkenntnisse zu einer Person wird gegebenenfalls die Notifizierung in Österreich bzw. die Visaerteilung versagt. Dennoch ist der Anteil des nachrichtendienstlichen Personals an den Legalresidenturen relativ hoch. In dieser Tarnung wird neben der "offenen Gesprächsabschöpfung" auch klassisch konspirative Aufklärung mit dem Ziel, Agenten anzuwerben, betrieben. Zu einer Zielperson wird über einen längeren Zeitraum Kontakt gehalten, ohne dass dem Betreffenden der eigentliche nachrichtendienstliche Hindergrund bewusst wird.

Der Umstand, dass den Residenturangehörigen seit dem Umbruch wesentlich vorbehaltloser und kaum noch mit Zurückhaltung begegnet wird, erleichtert dieses Vorgehen. Zur Kontaktaufnahme werden offizielle und öffentliche Veranstaltungen sowie von einem interessanten Personenkreis frequentierte Freizeiteinrichtungen genutzt. Agenten, deren Anwerbung erfolgreich war, werden in der Regel von der Legalresidentur weiterbetreut und nach Beendigung der Dienstzeit des Führungsoffiziers an einen anderen Angehörigen der Residentur oder seinen Nachfolger übergeben. Auch für die Unterstützung, beispielsweise bei Treffs mit Agenten aus Drittländern, werden Residenturangehörige herangezogen.

In den letzten Jahren ist es zu einer starken Steigerung von Firmengründungen und Joint Ventures, vor allem mit russischer Beteiligung, in Österreich gekommen, wobei festgestellt wurde, dass in vielen dieser Firmen Personen als Geschäftsführer oder in anderen Funktionen tätig sind, die zumindest in der Vergangenheit einem der Nachrichtendienste angehört haben. Es stellt für die Sicherheitsbehörden eine schwierige Aufgabe dar, herauszufinden, ob dieser Personenkreis aus dem Dienst ausgeschieden oder in dieser Funktion - verdeckt - nach wie vor nachrichtendienstlich tätig ist. Nicht selten wird bei der Überprüfung von Visaanträgen festgestellt, dass es sich beim Sichtvermerkswerber um einen enttarnten oder verdächtigen Angehörigen eines Nachrichtendienstes handelt. Aus Sicherheitsgründen wird dann unter Umständen diesen Personen die Einreise nach Österreich verweigert.

LEGENDE

Zusammenfassung der falschen Angaben, die der geheimdienstliche Agent im Einsatzland über seinen Lebenslauf oder bestimmte Funktionen zu Tarnungs- und Täuschungszwecken macht. Die Legende wird oft durch gefälschte Urkunden "bewiesen".

NADIS

Geheimdienstliche Abkürzung für "Offizier in besonderem Einsatz". Hauptamtliche Mfs (Ministerien für Staatssicherheit) - Mitarbeiter während ihrer Einsätze ausserhalb der ehemaligen DDR.

PERSPEKTIV - AGENT

Mitarbeiter eines Dienstes, der während einer längeren Phase der Legalität erst bestimmte, berufliche Positionen im Einsatzland bzw. am Einsatzort erreichen soll, bevor er nachrichtendienstlich tätig wird. Solchen Agenten wird im allgemeinen vom Auftraggeber besonderer Wert beigemessen.

OBSERVATION

Beobachtung, Beschattung (eines Objekts oder einer verdächtigen Person).

RESIDENT

Agent, der im Einsatzland legalen Wohnsitz und Arbeisplatz hat. Oft sind ihm andere Agenten unterstellt, während er selbst einem Führungsmann im Hinterland verantwortlich ist.

SCHLÄFER

Agent im Wartestand, der nach längerer legaler Phase im Einsatzland nachrichtendienstlich tätig werden soll. Vom Perspektiv-Agenten unterscheidet er sich dadurch, dass von ihm keine besondere Berufskarriere erwartet wird. Selbstverständlich kann aus dem "Schläfer" durch besondere Umstände ein "Perspektiv-Agent" werden.

Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Seit der "Wende" haben sich nur die Namen geändert, die Methoden, die Mentalität, allenfalls auch die Durchführungshärte sind gleich geblieben.

DIEBSTAHL

Weltweite Erfahrungen lauten gleich: 60-70 Prozent der zum Teil unerträglichen Inventurdifferenzen gehen auf Personaldiebstähle zurück, nur der kleine Rest von 30 bis 40 Prozent wird Langfingern unter den Kunden zugeordnet. Für den Leitenden oder Betriebsinhaber gibt es eine Reihe von Überprüfungsmöglichkeiten, wenn die Buchhaltung unliebsame Zahlen ausweist.Probe- und Testkäufe durch verschiedene Mitarbeiter von konzessionierten Detektivbüros: Besonders wirksam ist diese Methode bei jenen Unternehmungen, die Filialbetriebe überprüfen wollen. Datum, Uhrzeit, Aussehen des Verkäufers oder der Verkäuferin, allgemeiner Eindruck des Geschäftes, Serviceleistung und eine mit dem Sicherheitsbetrieb erarbeitete Kontrolliste werden vom eingesetzten Detektiv geliefert.

Die Überprüfung der Umsatzzahlen nach Geschäftsschluss zeigt, ob die gekauften Artikel und deren Preise korrekt registriert worden sind.

Möglich ist auch die Einschleusung eines Mitarbeiters als Verkaufskraft, Lagerarbeiter, Beifahrer oder ähnliches.

Der neue "Angestellte" stellt ein Thermometer im "Betriebskessel" dar. Tägliche Notizen und telephonische wie auch schriftliche Berichterstattung in kurzen Intervallen zeigen dem Betriebsinhaber "was wirklich los ist".

Beide Vorgangsweisen haben in den letzten Jahren eine hohe Erfolgsquote gezeigt und stellen eine preiswerte und effizientere Alternative zu den lohnintensiven Observierungen dar. Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen wie Strafverfahren, Arbeitsgericht usw. steht der eingesetzte Detektivassistent, der durch das Detektivunternehmen beim Sicherheitsbüro der Bund.Pol.Dion. Wien registriert ist, als Zeuge zur Verfügung. Bei kleinen Diebstählen hinter der Verkaufsfront, also in Garderoben, Aufenthaltsräumen und Lagern, hat sich der Einsatz technischer Hilfsmittel oftmals bewährt. Geruch- und farblose Diebstahlsprays, mit denen gewisse Artikel präpariert werden, färben die Hände des Langfingers für ihn optisch nicht erkennbar. Erst unter einer Spezial-UV-Lampe zeigen sich deutlich schillernde Spuren.

Eine Variante stellen Haftpulver dar, die beim ersten Waschvorgang die Hände schwarz, tiefrot, blau usw. einfärben. Bei hohen Produktionsziffern ist die Kennzeichnung mittels UV-Markierungsstreifen wirksam geworden, weil die auf den Produkten angebrachten Punkte, Kreise, Kreuze usw. ebenfalls erst unter der Spezial-UV-Lampe sichtbar werden.

Feststeht, dass sowohl Spray wie auch Nitratpulver bei ihrer Anwendung kurzfristig das Betriebsklima verschlechtern, wobei aus der Sicht des langjährigen Profis die Frage offen-bleibt: "Was ist mir lieber?"

In den letzten Jahren haben sich die versteckten Kameras hervorragend bewährt. Die Kosten, die einige Detekteien dafür berechnen, sind vielleicht etwas höher; im allgemeinen lohnt sich der Aufwand aber.

DRUG ENFORCEMENT ADMINISTRATON

"Amt für Rauschgiftbekämpfung" in den USA. Es untersteht dem Justizministerium und ist die in den USA federführende Behörde für die Aufklärung und Bekämpfung des illegalen Drogenverkehrs im In- und Ausland. DEA unterhält über die ganze Welt verteilte "District-" und "Resident Offices", jeweils an den Schwerpunkten des illegalen Rauschgiftverkehrs, und zwar sowohl in Anbau- als auch in Transitländern.

DURCHSCHREIBEPAPIER

Chemisch präparierter äusserlich als solcher nicht erkennbarer Papierbogen zur Anfertigung einer Geheimschrift, in der Berichte an die Führungsstelle abgefasst werden.

Als Durchschreibepapier eignen sich bedruckte und unbedruckte Papiersorten, zB. Prospekte, normales Schreibpapier und Linienblätter. Es wird wie Kohlepapier zwischen zwei Bögen gelegt und paust die vom Agenten geschriebene Mitteilung für das menschliche Auge unsichtbar auf das untere Blatt durch. Über diese geheime Mitteilung auf dem unteren Blatt schreibt der Agent dann noch mit normalem Schreibmaterial einen unverfänglichen Text, um den nachrichtendienstlichen Hintergrund zu verdecken. Nur der Empfänger kennt die chemische Reagenz, mit der die Geheimschrift lesbar werden kann.

EINRICHTUNG

Vor zwei Jahren kam ein ausländischer Industrieller zu mir, ein Mann mit 4.000 Leuten. Das erste, was er sagte, war: "So hab' ich mir immer ein Detektivbüro vorgestellt."

Ich weiss immer noch nicht, wie das zu werten ist. Wahrscheinlich haben ihm die Gewehre, die Hunde, die Bücher und die Bilder gefallen. Es gibt aber keine Norm. Ein Detektivbüro hat, wie jedes andere auch, sauber zu sein und die Persönlichkeit des Inhabers wiederzugeben.

Das können ultramodern stilisierte Räume sein oder aber es strahlt seriöse Antiquiertheit aus. Echt muss es sein. Jede Imitation ist Krampf und schadet nur.

Der Kunde muss bequem sitzen können. Er will ja seine Sorgen ausbreiten und er muß sich geborgen fühlen. In guten Firmen bietet man Mineralwasser, Fruchtsäfte, Tee oder Kaffee an, in miesen gibt es Schnaps.

Der in den 70er Jahren als reichster Mann der Welt geltende Paul Getty hat einmal wörtlich erklärt: "Meine besten Geschäfte habe ich bei einer Tasse Kaffee um 5 Cents gemacht."

EINSCHLEUSUNGEN

Einschleusungen sind hauptsächlich bei länger dauernden Diebstählen ein probates Mittel. Zumeist agiert der Detektiv als Hilfsarbeiter, Lagerangestellter oder ähnliches. Geeignet dafür sind nur junge Leute, deren Einstiegslegende als verkrachter Student, Saisonaushilfe, Beifahrer, Aushilfschauffeur oder ähnliches glaubwürdig zu präsentieren ist. Vier bis acht Wochen sind die Normzeit. Die Erfolgsquote ist sehr gut. Wichtig ist, dass der Betriebsinhaber ohne Aufsehen den Mann auch an die richtige Stelle lotsen kann.

Die Geheimhaltung ist das Um und Auf dabei. Wenn die Sekretärin des Vorstandsdirektors den Gesprächstermin mit dem Detektiv offiziell notiert, über die Telephonistin das Telephongespräch abwickelt und überdies ein Verhältnis mit dem Mechaniker hat, der die ganze Geschichte dem Werkmeister erzählt, der wiederum täglich am Abend mit einigen Kollegen beim Bier alles, aber auch alles bespricht, dann dauert das Ganze drei bis vier Tage und ein seriöses Detektivunternehmen wird abbrechen.

ERMÄCHTIGUNGSDELIKT

Die Strafverfolgung des Täters erfolgt durch den Staatsanwalt, doch nur, wenn ihn der Verletzte dazu ermächtig. Die Initiative zur Strafverfolgung geht vom Staatsanwalt aus. Die Ermächtigung ist Bedingung für die Ausbildung des staatlichen Klagerechts. Sie gilt als verweigert, wenn sie nicht binnen 14 Tage nach Zustellung der Anfrage des Staatsanwaltes erteilt wird.

Einige Beispiele für Ermächtigungsdelikte:

 107/4 StGb Gefährliche Drohung
 109/1 StGb Hausfriedensbruch
 141    StGb Entwendung
 149    StGb Erschleichen einer Leistung

ERMITTLUNGEN

Es gibt Leute, die sich eine Burenwurst kaufen und mit der kompletten Familiengeschichte der Würstelfrau zurückkommen.

Das sind Hochbegabungen. Wer kurzfristig schnell oberflächliche Kontakte herstellen kann, eignet sich zum Recherchieren. Der liebe Gott wohnt allerdings im Detail. Schlampigkeit ist die Todsünde und kann beim eventuellen Prozess den ganzen Erfolg zunichte machen.

Es gilt auf jeden Fall der traditionelle Satz: Ein guter Zuhörer ist wichtiger als ein guter Erzähler.

Effizientes Ermitteln ohne Postschlüssel ist nahezu unmöglich geworden. Unter Postschlüssel verstehe ich jenen "Sesam", der die Hausbriefkästen öffnet. Das ist natürlich verboten, aber ich will Ihnen ein Beispiel nennen: Sie finden den Briefkasten entweder leer, was bedeutet, dass die dahinterliegende Wohnung oder das Büro zumindest noch jemand hat, der sich darum kümmert, oder aber Sie finden vielleicht folgende Schriftstücke:

Ein Schreiben des Finanzamtes für Verkehrssteuern, aus dem Sie die PKW-Nummer des Recherchierten entnehmen, was für die weiteren Ermittlungen oder Beobachtungen interessant sein kann.

Die Mahnungen einer Lieferfirma, was ebenfalls Rückschlüsse über die Bonität erlaubt. Vielleicht einen Kontoauszug. Den muss ich wohl nicht erklären. Zwei Gerichtsbriefe; die Absender zeigen Ihnen, ob Straf- oder Verwaltungssachen vorliegen.

Wenn Sie nun aus dem Haus gehen, wissen Sie schon eine Menge über Ihre Zielperson. Woher man diesen Postschlüssel bekommt? Es gibt immer Organisationsgenies, die alles beschaffen. Bisweilen gibt es auch Postbeamte, die mit den Schwierigkeiten vertraut sind und Mitleid haben und dann gibt es auf der ganzen Welt einen Schlüssel, der keinen Lärm macht, wenn er auf den Boden fällt (Geld). Im übrigen: Jeder gute Kriminalbeamte auf der ganzen Welt besitzt einen Postschlüssel (und jeder Detektiv auch).

FBI

Abkürzung für Federal Bureau of Investigation, Bundes- Kriminalpolizei der USA mit dem Hauptquartier in Washington DC, 59 Außenstellen (Field Offices) und ca. 400 Zweigstellen. Das FBI untersteht dem Justizministerium und wird von einem Direktor (berühmtester Name: Edgar Hoover) geleitet. Es besteht aus 3 Hauptabteilungen:

Ermittlungen, Verwaltung, Kriminalistische Hilfsdienste.

Entsprechend der Gesetzgebungskompetenz, die auf die drei Ebenen Bund, Staat und Gemeinde verteilt ist, ermittelt das FBI neben Landesverratsfällen nur gegen kriminelle Akte, die über die Grenzen eines Staates hinausreichen. Die Priorität der Ermittlungen liegt in den Sektoren Spionagebekämpfung, Terrorismus, Wirtschaftskriminalität und Organisiertes Verbrechen. An 13 US-Botschaften ist das FBI offiziell durch einen Legal Attache‚ vertreten, der keine operative Aufgabe hat, sondern die Verbindung zu den jeweiligen ausländischen Sicherheitsbehörden hält, Ermittlungen koordinieren und den Informationsaustausch erleichtern soll.

Auch das FBI war nie ganz dicht und ist es heute schon gar nicht. Der vorhin erwähnte legendäre Edgar Hoover war lebenslang und ausschliesslich homosexuell. Es gilt heute als erwiesen, dass ihn die Cosa Nostra erpressen konnte.

FLUCHT

Wie flüchte ich vor Observierungen? Also am besten gar nicht. Schnell fahren kann jeder. Langsam fahren ist für jeden Observierenden  das grössere Problem.

Rechts am Fahrbahnweg halten zwingt den Observierenden, entweder auf grössere Sichtweite zu fahren, oder aber vorbeizugleiten und eine Position weiter vorne zu finden. Sie können auch aussteigen und demonstrativ die Autonummer des Verfolgerfahrzeuges notieren. Wenn es sich um Detektive handelt, werden diese die Beobachtung abbrechen, was natürlich nicht bedeutet, dass nicht andere Leute mit anderen Fahrzeugen entweder sofort oder später wieder ansetzen.

Auch eine ruhige Runde nach dem Start um den Häuserblock tut weh. Wer noch immer hinter Ihnen ist, sucht entweder einen Parkplatz, oder er ist der Verfolger. Sie können auch in eine Tiefgarage fahren und diese zu Fuss verlassen, oder aber sofort wieder hinausfahren. Vorsicht! Die Ausfahrt ist immer unter Kontrolle und jenes Fahrzeug, welches Ihnen schon einmal aufgefallen ist, vielleicht auch ein zweites, Ihnen unbekanntes, wird startbereit in der Nähe stehen.

Zur Verzweiflung bringen Sie die Beobachter, wenn Sie zu Ihrem Wagen ein oder zwei Einbahnen gegen die Fahrtrichtung gehen. Es ist nicht leicht im Stadtgebiet einen Wagen "nachzuziehen". Fussgängerzonen sind ein Albtraum. Wo verlässt er sie, wie verlässt er sie, wo steht sein Wagen, von dem wir nicht einmal die Nummer und Marke wissen? Es gibt auch Klienten, die eine Observierung "auf Druck" wünschen. Das bedeutet, dass es ihnen letztlich egal ist, oder sogar erwünscht ist, wenn die Beobachtung zur Kenntnis genommen wird.

Wir haben vor einigen Jahren einen unseriösen, mehrfach vorbestraften Geschäftsmann zwei Tage lang auf diese Art und Weise beschattet. Das Ende war, dass er am Abend des dritten Tages eine Stunde beim Fenster stand, hinunterstarrte, dann fluchtigartig das Haus verliess und mit seinem PKW eine Verkehrstafel mitgenommen hat. Nach langen Jahren war dies das erste Mal, dass wir alle wieder einmal etwas zu lachen hatten.

GELD

Rambo, Bruce Willis und Van Damme sind gut und sind - Kino. Überlebenstraining ist gut, aber sinnlos. Niemand braucht einen Dschungelhut, niemand braucht ein Survival-Messer, niemand braucht ein kleines Fischzeug für Notfälle. Was ein Detektiv und Leibwächter braucht, ist - Geld. Das Leben ist am schwersten, drei Tage vor dem Ersten!

Wenn Sie noch Detektiv-Assistent sind, kommen alle möglichen Freunde und Bekannte, die wieder jemanden kennen, der ein Problem hat, welches sehr kostengünstig gelöst werden soll.

Unter kostengünstig versteht man, dass Sie sich gratis irgendwo den Arsch abfrieren und dann mit einem Abendessen abgespeist werden. Sind Sie bereits selbständig und haben vielleicht auch Erfolg, kommen diese Lemuren wieder und meinen, ein Wink von Ihnen würde unzählige Detektive gratis in Bewegung setzen. Die Leute verdrängen sehr gut, was Sie das alles inklusive Spesen und Steuern kostet.

Ich darf nach mehr als 35 Jahren sicherheitsdienstlicher Arbeit nicht einmal mehr nachdenken, wieviel ich hergeschenkt habe. Würde ich genauer überlegen, käme mir die Galle hoch.

Ich kenne einen durchaus sympathischen Rechtsanwalt, der mich ungefähr alle zwei Jahre anruft und sich am Telephon Gratisinformationen holt. Einmal ist es der Name und die Adresse irgendeines ausländischen Detektivs, den ich empfehlen könnte. Ein anderes Mal braucht er einen Ratschlag, wie er ohne Detektivhilfe etwas selbst bewerkstelligen kann. Von dem gleichen Burschen habe ich eine Honorarnote gesehen. Streitwert S 812.000,-- - Honorarforderung S 372.000,--. Wichtig dabei ist natürlich wofür er das Geld bekam. Da gab es einen Grundbuchauszug für S 8.000,--, kurze Telefongespräche mit dem Klienten für S 1.600,-- und längere Telefongespräche für S  3.500,--. Glauben Sie bitte nicht, dies wäre ein Einzelfall. Es gilt leider immer noch der alte amerikanische Satz: "Geschäft, das ist das Geld der Anderen".

Ich möchte nicht, dass Sie Ihr Glaubensbekenntnis auf der Registrierkasse tippen. Sie müssen aber überlegen, dass Sie das Geldverdienen nicht "hinten" anstückeln können.

Ihre Lebens- und Arbeitszeit ist bereits jetzt programmiert.

Anständige und positiv denkende Detektive neigen dazu, "alles zu geben". Seien Sie bitte vorsichtig. Vergessen Sie auch nicht, wenn etwas nichts kostet, zählt es nicht und gilt als wertlos.

Am Anfang fällt es furchtbar schwer, Geld zu verlangen. Denken Sie dabei immer an Ihre eigenen Verbindlichkeiten: Das Auto, die Miete, die Telephonrechnung, den privaten Haushalt, die Steuern, die Rechtschutzversicherung, die Krankenversicherung usw., usw.

Wo sind die ganzen Schnorrer, wenn Sie Ihre Rechnungen einige Wochen später bezahlen müssen? Ein klarer Fall von: Bei Zahl gewinne ich, bei Wappen verlierst du.

GESCHOSS

Sammelbegriff für sämtliche Arten von Wurfkörpern. Im munitionstechnischen Sinne ist ein Geschoss grundsätzlich ein "Vollgeschoss", während die Granate mit Sprengstoff oder einem anderen Wirkungsträger gefüllt ist (zB. Nebel, Tränengas, Brandsatz usw.), einen Zünder hat und am Ziel zerlegt oder der Inhalt zur Wirkung gebracht wird.

Die Wirkung eines Geschosses hat Auswirkungen auf die angestrebte Zielbeeinflussung.

Grundsätzlicher Aufbau: Das Geschoss wird mittels einer Treibladung aus in der Regel rauchschwachem Pulver abgefeuert. Die Zündung ist mit Ausnahme von Randfeuerpatronen in Zündhütchen, Zündkapseln oder Zündschrauben untergebracht. Mit Hilfe der Patronenhülse werden alle Teile zu einem Ganzen (in der Regel bis ca. 1,2 cm Karabiner) verbunden.

Geschossarten: Aus polizeilichen Schusswaffen werden in der Regel Vollmantelgeschosse (im Gegensatz zu Teilmantelgeschossen) abgefeuert, die im Ziel ihre Form nicht verändern. Vollmantelgeschosse erzeugen überwiegend tiefe, enge Schusskanäle mit geringen Gewebezerstörungen.

Geschossdurchmesser: Waffen- und munitionstechnisch nennt man den Geschossdurchmesser und die Rohrweite das "Kaliber".

Geschossgeschwindigkeit: Wird in m/sec. gemessen und entspricht der Strecke in Metern, die ein Geschoss bei Beihaltung seiner Fluggeschwindigkeit je Sekunde zurücklegen würde, wenn kein Luftwiderstand vorhanden wäre (Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses = VO).

Geschosswirkung: Als Geschosswirkung bezeichnet man die Beeinträchtigung des Zieles, die von folgenden Faktoren abhängig ist: Endgeschwindigkeit, Geschossgewicht, Geschossquerschnitt, Geschossform (insbesondere an der Spitze), Teil- oder Vollmantelgeschoss, Art des Geschosswerkstoffes, Auftreffwinkel und Widerstandsfähigkeit des Zieles.

GEHEIMNUMMERN

Können Sie eine Geheimnummer ermitteln? - Zumeist ist eine weibliche Stimme am Telephon. Natürlich können wir, wenn genug Geld und Zeit da ist, aber wir tun's nicht oder nur in Notfällen. Warum nicht? Ganz einfach.:

In 99 Prozent aller Fälle ist das eine Ehefrau, die entweder eine notierte Telephonnummer der möglichen Freundin ihres Mannes gefunden hat, oder aber den Namen und die Adresse weiss und über diese Daten nun die Geheimnummer erfahren will.

Sie hat ja nichts anderes im Sinn, als nun tage-, wochen-, monatelang dort anzurufen, um zu überprüfen, später mit Sicherheit auch ins Telephon ihren Ärger oder Kummer zu brüllen.

Selbst wenn der Wunsch begründet erscheint, rate ich dringend davon ab. Man leistet damit nur Vorschub für Psychoterror (Stalking)

GESCHICHTE DER ÖSTERREICHISCHEN DETEKTIVE

Vier Jahre nach der Jahrhundertwende und ein Dezennium vor dem Ersten Weltkrieg gab es die erste Gewerbeberechtigung in der damaligen Reichs-, Haupt- und Residenzstadt Wien. Auch damals, interessanterweise im Arbeitsfächer unseres Berufes neben den uns bekannten Aufgaben schon den Schutz von Klienten. Wir wissen recht wenig im Detail, bis nach Ende des Krieges und dem Zusammenbruch der Monarchie Mitte der 20er Jahre ein erster Aufschwung und eine deutliche Profilierung des Berufbildes zu erkennen ist.

Die hauptsächlichen Agenden waren Ehecausen, wobei ich glaube, dass eine Vielzahl von ihnen mit den uns bekannten, privaten Observierungen nicht unbedingt vergleichbar ist.

Wenn österreichische Privatdetektive (den Begriff Berufsdetektiv gibt es erst seit 1973) damals tätig wurden, dann nicht nur vor dem kleinen Hotel "Auf der Wieden" und im Speisesaal des Südbahnhotels am Semmering.

Die Rennplätze und Kurorte des ehemaligen Staatenbundes waren gewohnte Reiseziele unserer schon lange verstorbenen Kollegen. Die Frage: "Würden Sie für mich nach Monte Carlo fahren?", oder: "Sind Sie imstande, in Karlsbad zu observieren?", hat Niemanden sonderlich beeindruckt.

Deckungsgleich dazu war natürlich auch die Klientele, die solche Aufträge geben konnte und finanziell auch durchstand.

Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen im März 1938 änderte sich die Situation vorläufig nicht. Bei Beginn des 2. Weltkrieges 1939 waren so gut wie alle österreichischen Büros intakt und arbeitsfähig, ja ganz im Gegenteil, im Verlauf der Jahre konnten trotz Militärdienst der Inhaber, einige Firmen ungemein reüssieren.

Die an der Front liegenden Soldaten, vom einfachen Landser bis zum Generalstabsoffizier, hatten nämlich neben der Sorge, das Ganze auch zu überstehen, die oftmals quälende Angst, was denn die Liebste oder angetraute Ehefrau in der Heimat tun würde. Ganze Stapel von Briefen aus den von Deutschen besetzten Ländern mit Aufträgen, Bildern und hohen Anteilen des Soldes als Aconti landeten in den Betrieben.

Nach 1945 hatten die von der Front zurückgekehrten Detektive vorerst, wie alle anderen auch, die schwere Aufgabe, ihre Familienangehörigen und sich über die ersten Monate zu bringen. Das tägliche Essen war ein Problem, die Beschaffung von Heizmaterial war ein anderes und Rasierklingen wurden an Lederbändern, oder an der Handinnenfläche nochmals, wie man das damals nannte, "abgezogen", um sie wieder verwenden zu können.

Für eine Schachtel Streichhölzer erhielt man 1 bis 1 1/2 Kilogramm Brot. Ein halber Liter Rotwein kostete damals 400 Schilling. Eine amerikanische Zigarette kostete 10 Schilling. Ein gut erhaltenes Klavier, bisweilen, wie bei uns zu Hause über 100 Jahre im Familienbesitz, wechselte für 20 Kilogramm Schmalz den Besitzer.

Sehr bald hat es wieder Aufträge gegeben, zum Teil auch solche politischer Natur. Ich darf Ihnen in Erinnerung rufen, dass jeder Österreicher einen viersprachigen Identitätsausweis der Besatzungsbehörden bei sich tragen musste, ein Dokument in russischer, französischer, englischer und letztendlich in deutscher Sprache.

Eine Fahrt von Bad Gastein nach Wien, die ich als Kleinkind machen musste, dauerte 27 Stunden. Die Überquerung der Ost-West-Grenze, also der Enns, entsprach ungefähr der Einreise in die UDSSR vor der Wende.

Im Laufe der nächsten Jahre wurde die Situation erträglicher. Es gab Observationen mit zusammengebastelten Motorrädern und Pkw-Vorkriegsmodellen, hauptsächlich aber doch zu Fuss oder mit den reparierten, öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zu Beginn der 50-iger Jahre zeichnete sich ein neuer Aufschwung ab. In den folgenden 10 Jahren - gekoppelt mit der wiedererstandenen Lebensfreude und der bacchantisch-naiven Lust an Wein, Weib und Gesang - waren es zumeist Partnerüberwachungen, die ganz hervorragende Bilanzen brachten. Auf das Gebiet der Musik übertragen könnte man sagen, es war die silberne Zeit der Operette, nachdem die goldenen 20-iger Jahre unwiederbringlich der Vergangenheit angehörten. Nun, das Silber genügte auch. Man verdiente blendend, lernte wenig und übte sich in saturiertem Bürgerbewusstsein.

Die mit den winzigen Spiegeln auf der Innenseite versehene Observationsbrille war noch immer in Verwendung. Die sogenannte 6.35er galt als ausreichend, der Opel Kapitän fand seinen Parkplatz, der Wein war gekühlt und die Welt in Ordnung.

Der Beginn der 70-iger Jahre brachte die Entkriminalisierung der Ehegesetze. Mussten vorher die Mitarbeiter um einen einzelnes, observierungsfreies Wochenende bitten und betteln, so gab es jetzt etwas mehr Freizeit, bisweilen auch Kündigungen.

Aufträge die man früher als zu schwierig oder zu gefährlich angesehen hatte, wurden jetzt in Erwägung gezogen und auch durchgeführt. 1973 verschwand offiziell der Begriff "Privatdetektiv" und machte der Bezeichnung "Berufsdetektiv" in den Papieren Platz. Die allgemeine Suche nach neuen Märkten begann kennzeichnend für die Branche zu werden.

Es ist dies im gleichen Tempo geschehen, wie die seit Jahrzehnten gewohnten Aufträge weniger wurden.

Das etwas höhnische Lächeln älterer Profis bei Erwähnung von Personenschutz, Firmenüberwachung, Personenkontrollen und ähnlichem verschwand. Die Gesichter wurden nachdenklichen und länger.

Man konnte direkt spüren, wie die ehemaligen Giganten nach Hause eilten, um über neue Werbemethoden nachzudenken.

Zumeist blieb es beim Denkversuch. Auch gute Jahre hinterlassen Spuren. Wer nicht gewohnt war, unerbittlich um Umsätze, Kunden und gute Zusammenarbeit mit der Crew zu kämpfen, der konnte das auch nicht von einem Tag zum anderen lernen.

Jetzt Ende der 90-iger Jahre in der EU ist die Umstrukturierung nahezu vollendet.

Der Leistungsdruck hat die noch bestehenden Detekteien besser werden lassen, einige haben den Konkurs oder Ausgleich nicht vermeiden können. Es kann kein Zweifel bestehen, dass die kommerzielle Befähigung für den Detektiv heute wesentlich wichtiger ist als ehedem.

Ein modernes Detektivbüro unterscheidet sich nicht mehr wesentlich von anderen Kanzleien. Diese wunderbare Redaktionsstimmung, wie sie Friedrich Torberg so schön in seiner “Tante Jolesch” beschrieben hat und die auch in unserer Branche zu finden war, ist verschwunden. "Arsen und Spitzenhäubchen" ist ein wunderbares Stück, aber es wird nicht mehr gespielt. Es ist vorbei.

GRAPHOLOGIE

Die Graphologie irrt nie, die Graphologen bisweilen.

Für die Beurteilung einer Schrift braucht der Graphologe das Original, möglichst nicht in Blockschrift, zumindest fünfzehn bis zwanzig Zeilen. Damit kann er treffsicher Alter, Geschlecht, ungefähren Bildungsgrad und einige manifeste Charaktereigenschaften des Schreibers erkennen.

Bei einiger Erfahrung gelingt Ihnen ähnliches auch.

Ich bin aber gegen selbstgestrickte Analysen. Die Kosten eines Experten sind nicht erheblich und können nicht nur bei anonymen Briefen weiterhelfen. Ein Großteil der Fachleute zieht den Ausdruck Schriftpsychologie vor, dies aus gutem Grund, weil sie Charakteranalysen, und vor allem Partnerschaftstests durchführen. Die Preise für die Gutachten schwanken beträchtlich. Der Durchschnittspreis für eine Charakteranalyse liegt bei ca. € 200,00. Die Graphologen finden Sie im Branchenverzeichnis des Telephonbuches oder aber auch in der Kammer der gewerblichen Wirtschaft.

Als Entscheidungshilfe sollte man diese Gutachten nicht unterschätzen. Ich hatte Ende der 70-iger Jahre für einen Hochgrad-Manager mehrere Bewerberinnen für einen gut dotierten Sekretärinnenposten zu überprüfen. Zwei fielen in die engere Wahl. Eine war ganz ausgezeichnet und massgeschneidert. Das Vorleben einwandfrei, die Ausbildung sehr gut, die Praxis adäquat. Irgendetwas hat mir noch gefehlt und ich bat einen Graphologen um sein Urteil. Er teilte folgendes wörtlich mit: Eine exzellente Kraft, ordentlich, fleissig, aber sie wird bei Problemen privat oder innerhalb des Unternehmens unter Umständen ohne Verzug die Firma verlassen.

Aufgrund dieses Gutachtens, habe ich dann die zweite Bewerbung als bestmögliche Lösung angeboten. Man hat sich dem nicht angeschlossen und 1 1/2 Jahre später, als der Konzern in Schwierigkeiten geriet, legte diese Sekretärin um 12.00 Uhr den Kugelschreiber auf den Schreibtisch, nahm ihre Handtasche und kehrte aus der Mittagspause nicht mehr zurück.

HISTORISCHES AUS DER SCHATTENBRANCHE

Wussten Sie, dass Al Capone eine österreichische Köchin hatte? Sie hieß Sophie Ljasso, war österreichisch-ungarischer Abkunft und starb Beginn der 1960-er Jahre in Wien. Bis zum Lebensende trug sie, bereits etwas paranoid geworden, eine Reisetasche mit erheblichen, amerikanischen Aktien bei sich, die nach ihrem Tod verschollen waren...
Wussten Sie, dass amerikanische Leutnants im Jahre 1920 in Bruce Willis oder Clint Eastwood-Stil (beide wären sicher nicht so blöd gewesen) versuchten, mit gezogenen Revolvern, den deutschen Kaiser Wilhelm II. aus seinem holländischen Exil in Doom zu entführen um ihn aufzuhängen? Die Sache scheiterte an der fanatisch-ruhigen Haltung des Ex-Monarchen und dem völligen Unverständnis der holländischen Bevölkerung für diese Aktion.
Wussten Sie, dass die Cosa Nostra, die den Begriff Mafia nie verwendete und intern „MOB" genannt wird, Hinrichtungen eigener Leute fast immer durch die Dons anderer Familien organisieren lässt? Die Schmutzwäsche waschen die Bosse aus notwendiger Gefälligkeit gegenseitig.
Wussten Sie, dass die Revolverhelden des sogenannten „Wilden Westens" niemals bei Duellen im Stil „high noon" gefallen sind? Sie wiesen allesamt Einschusslöcher im Rücken, am Hinterkopf oder seitlich auf. Erfolgreiche Profis mit bekannten Namen gingen sich aus guten Gründen aus dem Weg und stellten auch nur Schützen, deren schlechte Bewaffnung und mangelnde Erfahrung reelle Überlebenschancen boten.

Wussten Sie, dass sich die Leibwächter des ehemaligen französischen Präsidenten General De Gaulle vor ihm verstecken mussten? Der große Mann Frankreichs kannte die Notwendigkeit von Bodyguards, hasste aber deren Präsenz. Bei Spaziergängen war es kein unüblicher Anblick, dass breitschultrige Herren von Baum zu Baum hüpften, um sich vor ihrem Chef zu verbergen. Wer näher als 20m kam, musste mit einem strengen Verweis, notfalls auch mit Versetzung rechnen.

HOMOSEXUELLE

Diese Minderheit, von der WHO (World Health Organisation) nun nicht mehr als widernatürlich oder abartig deklarierte Gruppe von Menschen, ist schwer zu recherchieren.
Eine lange, zum Teil leidvolle Tradition der Absicherung nach außen hat das Sicherheitsbewusstsein dieser Männer und Frauen äußerst hoch entwickelt. Wenn auch die Gesetzeslage günstiger ist und den Erpressern das Handwerk wesentlich schwerer gemacht hat, ist die Bedrohung durch AIDS und die Klassifizierung als hohe Risikogruppe ein neuerliches, bisweilen lebenslanges Problem.
Ich habe in jahrzehntelanger Arbeit keinen schwulen Detektiv kennen gelernt. Der Beruf dürfte anscheinend keinen Anreiz für Homosexuelle bilden. Es liegt dies wahrscheinlich nicht an der körperlichen Anstrengung, die Homosexuelle zum Teil gar nicht scheuen. Denken Sie nur an gewisse Sportler, Bodybilder usw. Ich vermute, dass die glanzlose Aufgabe und der doch recht graue Alltag jene Menschen abhalten, die zum Großteil sehr sensibel, kultiviert und der Kunst, wie allem Schönen, zugeneigt sind.

Österreich hat in seiner Geschichte keinen einzigen bedeutenden Homosexuellen hervorgebracht. Warum das so ist weiß ich nicht, aber es ist eine historische Tatsache.

KAUFHAUS

Wieviel wird eigentlich in Österreich gestohlen? Rechnet man zu den Kundendiebstählen auch Personaldiebstähle, Schlampereien, Verderb usw. dazu, erreicht die anerkannte Jahresziffer Milliardenhöhe. Die Schätzungen reichen von 4-7 Milliarden. Zuerst sei gleich einmal mit einem Vorurteil aufgeräumt. Es gab bis zur Öffnung des Ostens, also 1989 ohne Zweifel keinen gravierenden Überhang von Diebstählen, die durch Ausländer begangen wurden.

Der Jugo, Türke und Pole, wenn er hier lange ansässig ist, stiehlt nicht mehr oder weniger als der Österreicher. Es gibt vielleicht qualifiziertere und raffiniertere Methoden, oder emotionellere Reaktionen auf Einschreitungen der Detektive, mehr nicht. Der wertneutrale Computer hat bis zur Perestroika kein Indiz für den herzerfrischenen Spruch "Tschuschen raus" geliefert. Anders sieht es natürlich nach Inkrafttreten des Kriminaltourismus aus. Ab diesem Zeitpunkt ist eindeutig ein Überhandnehmen der Ausländerkriminalität festzustellen.

Interessant sind die Pupblikumsreaktionen, sofern es überhaupt Reaktionen gibt. Oft fällt den Umstehenden die Unterscheidung schwer, wer nun der Dieb und wer der Berufsdetektiv ist.

Stellen Sie sich einen jungen Detektiv in Zivil vor, der einen älteren, vielleicht behinderten Dieb anhält. Hier kann kaum mit Unterstützung gerechnet werden.

Eine überwiegende Mehrzahl der Entwender versteckt das gestohlene Gut unter der Bekleidung in Jacken - oder Manteltaschen und in mitgebrachten Einkaufstaschen. Daneben gibt es aber noch genügend Varianten:

Schirme, Kinderwagen, das Verstecken im Einkaufswagen, das Vortäuschen von Eigentum durch Anziehen der Bekleidungsstücke oder Schuhe, die Umpreisung, den Verzehr von Lebensmitteln im Geschäft bis zu einer allerdings äusserst kleinen Gruppe, die die Mühsal auf sich nimmt, das entwendete Gut im Körper, also zumeist im Analbereich unterzubringen.

Von den ca. 12.000 entdeckten Ladendieben, die für meine Statistik zur Verfügung stehen, waren ungefähr jeweils 50 % Männer oder Frauen. Was die Altersstruktur betrifft, so dominieren eindeutig die pubertierenden 12-14jährigen.

Höchst unterschiedlich sind die Reaktionen der Richter. Verurteilungen in den Bundesländern fallen "knorriger" aus als in Wien. Bei Gefängnis und ohne Vorstrafe gibt es ungefähr S 1.000,-- Buße. Trunkenheit während der Tatzeit wird in den Bundesländern weniger geahndet, da reagiert man in Wien schärfer.

Dort wo Detektive tätig sind und unter Detektiven verstehe ich nicht unbedingt irgendwelche Angestellte des Kaufhauses, sondern Mitarbeiter eines konzessionierten Unternehmens und vor allem solche Unternehmen, die auch über technische Hilfsmittel verfügen, dort also ist die Aufdeckungsquote höher, die Prävention wirksamer. Eine eindeutige Steigerung findet man allerdings in den Warenwerten pro Ladendieb.

Aus mir nicht ganz bekannten Gründen ist nach wie vor Freitag ein Spitzentag. Nicht nur an diesem Tag sind die Einschreitungen bisweilen problematisch. In ein Kaufhaus abkommandierte Detektive sind grundsätzlich wie alle anderen auch Waffenträger, im Kaufhaus selbst ist aber das Tragen einer Schusswaffe im österreichischen Durchschnitt unerwünscht.

Betrunkene, unter Drogeneinfluss Stehende, potentielle Messerstecher und Psychopathen stellen eine echte Gefährdung auch für durchtrainierte Mitarbeiter dar.

Es gibt genug Detektive, und das sind keineswegs Feiglinge, die vor dem Einsatz eines Gummiknüppels oder einer anderen minder gefährlichen Waffe zurückschrecken und eher den Täter laufen lassen. Die latente Angst den Dieb zu verletzen ist immer vorhanden.

Nachfolgend eine Liste, wo das gestohlene Gut überall versteckt wird

CODE FÜR VERSTECKE

Unter Bekleidung verborgen (unter Pullover, Blouson Sweatshirt, etc.) 
Hosenbund (bei Frauen Rockbund)
Hosentaschen (bei Frauen Rock- /Kleider-Taschen etc.)
Jackentaschen (innen und aussen, z.B. Arbeits- /Regen- /Wintermantel, Trenchcoat, etc.)
Handtasche
Einkaufstasche
Sonstige Behältnisse (Schul- /Umhängetasche, Schirm, Kinderwagen, etc.)
Verpackungstausch bzw. Dazustecken von Waren
Verdecken von Waren im Einkaufswagen
Vortäuschen von Eigentum (Anziehen von Bekleidungsstücken, Schuhen; Besitzergreifung von Schirmen, etc.)
Trickdieb (spezielle Vorkehrungen wie Gummibänder, Haken, Pakete mit Klappboden, etc. Umpreisung)
Verzehr im Geschäft
Sonstiges (BH, Kopfbedeckung, Schuhe etc.)
Im Körper

KIBERER

Kiberer darf nur der Polizeifreund sagen, Polizeifeinde sagen die "Heh". Einer, der der Polizei Tips gibt, ist dann ein sogenannter "Hehwams".

Unsere beiden Berufe sind wohl ähnlich geraten, aber trotzdem nicht vergleichbar. Es gibt bisweilen private, gute Kontakte zu Angehörigen der Exekutive, zumeist wissen aber Polizisten über den Detektivberuf nicht genau Bescheid.

Eines muss man aber feststellen. Die in vielen Filmen gezeigte Feindseligkeit ist in Österreich so gut wie unbekannt. Jeder weiss vom Anderen, dass er sein Geld nicht geschenkt bekommt und keiner möchte im Grunde genommen mit dem Anderen tauschen. Hier, wie dort ist der Alltag nicht gerade bunt. Gute Detektivbüros haben auch bei den Spitzen der Exekutive ein recht präzises Erscheinungsbild.

KONZESSION

Das begehrte hellgrüne Dekret im DIN-A4-Format gibt es in Österreich ca. 180 mal. Unser Beruf ist jetzt ein gebundenes Gewerbe. Die Einstiegsbedingungen sind nicht leicht. Wie kommt man dazu? Es ist nicht käuflich zu erwerben. Eine Ausnahme gibt es natürlich. Man gründet eine Ges.m.b.H oder KG und nimmt einen Konzessionär, also einen geprüften Berufsdetektiv als gewerberechtlichen Geschäftsführer. Er wird es sich natürlich lange überlegen, und den zukünftigen Partner genau ansehen, bevor er die vielen Risken auf sich nimmt.

Die Gewerbeordnung verlangt je nach Schulbildung bis zu acht Jahre Praxis, bevor die kommissionelle, staatliche Konzessionsprüfung abgelegt werden kann.

Sie dauert im allgemeinen zwei Tage, entfällt in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Ein hoher Polizeibeamter, ein hoher Jurist, ein Beisitzer der Kammer und zwei Berufskollegen (das sind die ärgsten Prüfer), quälen dann den Newcomer und testen ihn auf Herz und Nieren. Die Praxis in einem Detektivbüro kann erst mit dem 18. Lebensjahr begonnen werden. Es gibt in Österreich keinen Gewerbeberuf mit derartig strengen Auflagen. Österreich nimmt neben Spanien in Westeuropa eine Sonderstellung ein.

Auszug aus der Gewerbeordnung 1973 - zur Legitimation für das Gewerbe der Berufsdetektive

249 DER KONZESSIONSPFLICHT UNTERLIEGEN:

1. die Erteilung von Auskünften über Privatverhältnisse,

2. die Vornahme von Erhebungen über strafbare Handlungen,

3. die Beschaffung von Beweismitteln für Zwecke eines gerichtlichen oder verwaltungsbehördlichen Verfahrens,

4. die Ausforschung von verschollenen oder sich verborgen haltenden Personen, der Verfasser, Schreiber oder Absender anonymer Briefe, der Urheber oder Verbreiter von Verleumdungen, Verdächtigungen oder Beleidigungen,

5. die Beobachtung und Kontrolle der Treue von Arbeitnehmern,

6. die Beobachtung von Kunden in Geschäftslokalen und

7. der Schutz von Personen.

8. Abhörschutz

KRANKHEIT

Längere Krankheit bedeutet den finanziellen Ruin. Jede Firma, die von einem einzelnen Kopf abhängt, also "einen Macher" hat, steht und fällt mit seiner Effizienz. Auf Kleinbetriebe, wie es Detektivagenturen nun im allgemeinen sind, trifft dies besonders zu. Allerdings zählen die Krankenstände in unserer Branche weltweit zu den geringsten.

Ein Detektiv wird, wie fast jeder Selbständige oder Freiberufler, Freitag abend krank und ist Montag früh wieder im Rennen. Der berühmte Philosoph und Naturforscher Humboldt hätte mit uns die reinste Freude. Er äusserte vehement die Ansicht, dass Kranksein irgendwann einmal in späteren Jahrhunderten als eine Charakterschwäche oder Disharmonie der seelischen Abwehr anzusehen sein wird.

Ich kenne einige Kollegen, die wohl Hypochonder sind, aber das resultiert wahrscheinlich aus der etwas überspannten Leistungsbereitschaft, die gleichzeitig die Angst fördert, das gesteckte Ziel nicht unbedingt erreichen zu können. Sie erreichen es.

LEGENDE

Detektive, Geheimdienstleute und Kriminalbeamte lügen nicht, sie tragen eine Legende vor. Das ist doch schön ausgedrückt, oder?

In Österreich darf jeder Detektiv eine andere Art von Person oder Beruf vorgeben, solange er sich keiner Amtsanmassung schuldig macht. Das heisst auf gut deutsch, er darf sich nicht als Beamter ausgeben. Er kann einen vorgeblichen Wasserrohrbruch in einem Haus suchen und so zu diversen Räumlichkeiten Zutritt erlangen, oder aber eine Umfrage starten. All das geht und ist legal.

Wichtig ist, dass er glaubwürdig ist. Hier erkennen Sie schon, wie wichtig Bildung und Sprache dabei sein können.

Die Erfahrung zeigt, dass Leute mit höherer Bildung leichter zu recherchieren sind. Sie sind ja gewohnt zuzuhören und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Naturbelassene Existenzen verstehen bisweilen auch die einfachsten Legenden nicht und werden bockig.

Da sie ihr ganzes Leben lang nein sagen, so auch zu Leistung und Erfolg, neigen sie bei Gesprächsschwierigkeiten ebenfalls dazu und schütteln lieber den Kopf, statt mitzudenken.

Wenn man mehrere Recherchengespräche mit Personen dieser Struktur hinter sich hat, beginnt man bisweilen am derzeit gültigen, gleichen Wahlrecht für jedermann zu zweifeln.

Interessant ist auch, dass einem beim Ermitteln niemals Frauen vom Typ einer Kim Basinger oder Bo Derek begegnen. Nein, zumeist öffnen Damen oberhalb des kanonischen Alters die Türe, wobei der Anteil derer, die anscheinend auch noch schwerhörig sind, erschreckend hoch ist.

Man muss dann das diskrete Ermittlungsgespräch in einer Lautstärke führen, die einem die Schamröte über das eigene Unglück ins Gesicht treibt.

Das erinnert mich an die nicht versperrte Hotelzimmer-Sache. Haben Sie schon wirklich erlebt, dass sich eine Traumfrau in der Türe irrt? Ich habe viele, viele Jahre immer wieder die Türe offengelassen. Zweimal wurde sie irrtümlich geöffnet. Einmal war es der Portier, der meinen Beruf kannte und sich vor jemandem im Haus fürchtete, das zweite Mal war es ein bis zu den Mandeln mit Alkohol gefüllter, männlicher Hotelgast.

Wo nehmen die Lustspielschreiber und Drehbuch-Autoren eigentlich ihre Ideen her?

LEIBWÄCHTER

Wer braucht einen oder mehrere Leibwächter? Braucht man sie überhaupt? Wer sich diese Frage stellt, der kann Thema und Kosten vergessen. Die Wirksamkeit der Bodyguards steht im direkten Verhältnis zu Motivation, Bewährungsethos und angeborenem, nicht antrainierbarem Beschützerinstinkt.

In Ländern, wo sich die Beliebtheit politischer Führer in mässigen Grenzen hält und das Temperament der Bevölkerung direkt proportional zum steigenden Unmut steht, war das Halten von Prätorianern noch nie in Frage gestellt.

Leute vom Schlag eines Idi Amin bis zu bereits historischen Heroen eines De Gaulle hätten ihre Regierungszeit ohne Sicherheitsleute kaum überstehen können. Zur Erinnerung für die zeitgeschichtlich Interessierten: Auf Adolf Hitler wurden insgesamt 42 Attentate geplant und teilweise zur Durchführung gebracht.

Hier eine Liste jener Personenkreise, die auch in Österreich sporadisch oder regelmässig Schutzdienste in Anspruch nehmen:

- Juweliere bei Präsentationen
- Kassenboten
- Gefährdete Manager
- Angeber mit exzessivem Hang zu Statussymbolen
- Österreichische Direktoren von Multis, als Service für den ausländischen Gast
- Stark gefährdete VIPs zur weiteren Absicherung über den bereits vorhandenen Polizeischutz
- Paranoide, ältere Damen, die sich permanent verfolgt fühlen
- Rechtsanwälte bei Einschreitungen, wie Pfändungen und Beschlagnahmungen.
- Diplomaten

Nüchtern wie diese Liste sind auch die gewerberechtlichen Bedingungen.  249 Ziffer 7 aus 1997 ordnet den Schutz von Personen dem konzessionierten Gewerbe der Berufsdetektive eindeutig zu. Alles andere, wie Leibwächterschulen, Modellathleten, Schnellzieher und 120-kg-Restln aus St. Marx sind Randerscheinungen, die erfahrungsgemäss im Kaffeehaus warten, wer ihnen den kleinen Braunen zahlen wird.

Österreichische Leibwächter sind also Angehörige einer konzessionierten Detektei, besitzen einen blauen Ausweis vom zuständigen Magistratischen Bezirksamt und werden in der zuständigen Bundespolizeidirektion (in Wien ist es das Sicherheitsbüro) registriert. Sie verfügen samt und sonders über Waffenpässe, wobei ihnen Maschinenwaffen untersagt sind.

Bisweilen auftretende Höhlenmenschen oder eine gewisse Sorte Karate-Verschnitt haben bestenfalls Unterhaltungswert. Man erkennt sie sofort daran, dass sie permanent den Dativ mit dem Akkusativ verwechseln.

LERNEN

Das Schlagwort vom lebenslangen Lernvorgang ist für uns nichts Neues. In unserem Beruf war das immer schon so, ob man wollte oder nicht. Der Kontakt mit allen Branchen, Wissenszweigen und leitenden Persönlichkeiten zwingt zur geistigen Flexibilität und permanenten Aufnahmefähigkeit. Ältere Detektive sind niemals vertrottelt. Ein biblisches Alter erreichen sie allerdings nicht. Vielleicht ist unser Leben zu schwer, ich weiss es nicht. Manche Kollegen werden paranoid oder kauzig, aber die Schaltzentrale ist immer in Ordnung. Ich kenne eine betagte Detektivin, die ihre letzte Beobachtung zu Fuss mit 74 Jahren erfolgreich durchführte. Sie trippelte unentwegt in Sichtweite der Observierten einher und niemand vermutete, dass die alte Dame etwas anderes wollte, als Auslagen ansehen.

Ein paar Beispiele aus der Welt der Giganten gefällig?

Goethe hat seine Karlsbader Elegien mit 82 Jahren geschrieben. Der Milliardär Rockefeller fuhr mit 94 Jahren täglich in sein Büro.

Arthur Rubinstein, der berühmte Klaviervirtuose, schrieb mit 87 Jahren seine zweibändigen Memoiren und wurde mit 89 Jahren im Konzertsaal noch stürmisch umjubelt.

Ein mir in der Jugendzeit persönlich bekannter, sehr gescheiter Zuhälter ist noch 70jährig mit seinen Damen - eine 21, die zweite 19 - auf Luxuslinern einer sehr bekannten Schiffahrtslinie tätig gewesen.

Ich gebe zu, dass die angeführten Beispiele nicht in Norm sind. Das sind Sie hoffentlich auch nicht. Für den Masse-Menschen schreibe ich nicht.

LEUMUND

Das sogenannte Leumundszeugnis wurde durch den computerisierten Strafregisterauszug ersetzt. Darüber hinaus gibt es natürlich sowohl bei den Polizeibehörden, wie auch bei uns zusätzliche Informationen. Wichtig ist das quellenkritische Erfassen von Meinungen und Berichten.

Detektive sind gross im Kleinen. Sie können im allgemeinen sehr gute Mosaikbilder bauen. Allerdings sind sie - vor allem was die eigene Konkurrenz betrifft - ungekrönte Meister der Desinformation. Niemand verleumdet so raffiniert wie Geheimdienstler, Detektive und Sicherheitsleute, abgesehen vielleicht von den Werbe- und PR-Managern, die sich da durchaus mit uns messen können.

LUCONA

Über den Untergang dieses Schiffes ist schon viel geschrieben worden. Ich beschränke mich darauf, auszugsweise, aber wörtlich, das hier anzuführen, was der Autor Hans Pretterebner in seinem Buch "Der Fall Lucona" über meine Tätigkeit auf den Seiten 427 und 428 geschrieben hat. Sein Kapitel "Privatermittler Penk-Lipovsky wird fündig" hätte wahrscheinlich mehr als nur fünf Seiten umfasst, wenn wir beide nicht zum Zeitpunkt der Drucklegung prozessiert hätten.

Auch mein Bild ist etwas klein geraten, aber solche Dinge kratzen mich nicht mehr.

ZITAT:

Schon am 9. September 1977, einen Monat nach der Klagseinbringung, hatte Bundesländer-Anwalt Werner Masser deshalb einen bekannten Wiener Privatdetektiv engagiert: den Obmann des "Österreichischen Verbandes für Berufsdetektive und Sicherheitsbeauftragte", Walter Penk-Lipovsky.

Drei Monate lang, von September bis Dezember 1977, hatte Walter Penk-Lipovsky recherchiert. Nicht zuletzt durch die penible Befragung dutzender Ortsbewohner und Anrainer der aufgelassenen Harzfabrik, kristallisierte sich zunächst sehr bald ein lückenloses Bild von sämtlichen Aktivitäten der Pinosa-Mannschaft in Pisting heraus.

Das Ergebnis: Weder lagerte hier jemals eine Uranerz-Aufbereitungsanlage, noch wäre es in der fraglichen Zeit auch nur denkbar gewesen, in den Fabriksgebäuden irgendeine sinnvolle betriebliche Tätigkeit auszuführen, denn sämtliche Fabriksanlagen des seit Jahren stillgelegten Harzwerkes waren - von den frisch getünchten Aussenfassaden abgesehen - vollkommen devastiert. Teilweise waren sogar die Dächer eingestürzt, es gab weder brauchbare Betriebsanlagen für eine Montage- oder gar Fertigungstätigkeit, noch existierte eine geeignete Energieversorgungsmöglichkeit.

Offiziell bestätigt wurden Penk-Lipovskys Feststellungen, als das Handelsgericht Wien am 13. Dezember 1977 den Zustand des Werkes Pisting und die Beschaffenheit der Gebäude, Räumlichkeiten und maschinellen Einrichtungen durch einen beeideten Gerichtssachverständigen, Dipl.-Ing. Dr. Walter Bruckner, überprüfen liess.

Walter Penk-Lipovsky erbrachte damals schon den Nachweis, dass in Pisting niemals eine Urananlage aus dem Ausland angeliefert wurde, sehr wohl jedoch aus dem nur 25 Kilometer entfernten Oberhöflein die alte Kohlen-Aufbereitungsanlage von Udo Proksch dorthin verbracht worden war.

In Wahrheit hatte damit Penk-Lipovsky schon im Jahre 1977 im wesentlichen den Versicherungsfall aufgeklärt.

Als - erst sieben Jahre später - die Kriminalpolizei mit ihren Ermittlungen begann, brauchte sie zum Teil nur noch die Berichte des Privatdetektivs quasi einer amtlichen Nachüberprüfung zu unterziehen - und der 212-Millionen-Versicherungsbetrug lag auf der Hand.

Zitat-Ende.

LÜGENDETEKTOR

(Polygraph), ein Gerät, das ständig Schwankungen von Blutdruck, Puls, Hautfeuchtigkeit und Atmung misst (physiologische Variablen). Bei innerer Anspannung - z.B. der Beantwortung unangenehmer Fragen oder wahrheitswidriger Aussage - erreichen diese Variablen Werte, die von den normalen erheblich abweichen. Durch Auswertung der Messergebnisse sollen Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt der Aussage möglich sein.

Auch die besten dieser Geräte liefern nur Indizien, keine Beweise. Wir alle, Sie, ich und jeder vernünftige Mensch besitzt eine Art Lügendetektor. Wenn Sie einen Bekannten auf der Strasse treffen und ihn fragen: "Wie geht es Ihnen?" Ist es Ihnen nicht schon passiert, dass er antwortete: "Alles bestens, mir geht es gut, das Geschäft floriert," und Sie haben es nicht geglaubt? Ein anderes Mal treffen Sie jemanden und stellen die gleiche Frage. Er antwortet: "Na ja, es könnte besser sein. Dort und dort und dort gibt es Problem." Sie spüren aber genau, dass er im Grunde genommen seine Probleme im Griff hat und eher im Aufwärtstrend liegt.

Er strahlt es einfach aus und Ihre Antennen empfangen die Informationen für die wahre Situation. In Amerika versucht man derzeit Gesetze einzubringen, die dem Lügendetektor Beweiskraft zubilligen. Ich bezweifle, dass die Leute damit durchkommen, Gerichtsurteile werden allerdings bisweilen beeinflusst.

MAFIA

Mafia auch Maffia kommt möglicherweise vom gleichen arabischen Wort her, das soviel wie Zufluchtsort bedeutet.

Nach der arabischen Herrschaft über Sizilien, die im 9. Jahrhundert begann, war das Land in kleine Besitzungen aufgesplittert. Als im 11. Jahrhundert die Normannen die Insel eroberten, teilten Lehensherren das Land in Grossgüter auf. Viele der um ihren Kleinbesitz gebrachten Bauern gingen lieber in die Berge zu einer "Mafia", als auf den nunmehrigen Riesengütern in einer Art Sklavenarbeit die eigenen Felder zu bearbeiten. Während der spanischen Herrschaft im 15. Jahrhundert bildeten die Mafiosi den einzigen Widerstand gegen eine despotische Inquistition.

Die historischen Wurzeln der Mafia, von den Sizilianern die "Ehrenwerte Gesellschaft" genannt, reichen über 1000 Jahre zurück in die Niederungen politischer Unterdrückung. Die innere Stärke der Mafia lag darin, dass sie eine Gesellschaft ist, die auf der sozialen Grundlage der Familie aufbaut.

Die Disziplin der Mafia entstand durch den Schutz, den sie ihren Mitgliedern, unabhängig vom sogenannten "Öffentlichen Recht" bot. Nach dem Gesetz "Aug um Aug, Zahn um Zahn", entstand ein subkultureller Ehrenkodex mit extrem hoher Selbstachtung und einem höchst entwickelten Sinn für Ehre und Pflicht.

Das führte aber auch zu barbarischen Morden und Perfiditäten, wie sie in der modernen Geschichte selten zu finden sind.

Die Mafia und ihr Codex, in Sizilien heute noch blühend, leben von der Rückständigkeit der Insel und dem tiefen Argwohn der Bewohner gegen staatliches Gesetz und die Zentralregierung. Es werden zwei Steuern bezahlt: Die erste an die Regierung, die zweite an die Mafia. Die frühere Annahmezeremonie bestand darin, mit einer Nadel in die Spitze des Mittelfingers des Kandidaten zu stechen. Das hervortretende Blut wurde auf ein kleines Heiligenbild aus Papier gedrückt. Die Asche des verbrannten Papiers legte man in die Hand des jungen Mannes. Er hatte nun folgenden Eid zu leisten: Ich schwöre, meinen Brüdern treu zu sein, sie niemals zu verraten, ihnen immer zu helfen; und wenn ich das nicht tue, so will ich verbrannt sein und zu Asche werden gleich der Asche des Bildes. Der dumpfe Geist der Resignation und Verzweiflung hat dazu geführt, dass im Zeitraum von 1918 bis 1969 ca. ein Zehntel der Bevölkerung der Stadt Godrano ums Leben kam.

Die amerikanische Mafia, auch "Cosa Nostra" und von jetzigen Insidern "The Mob" genannt, verbrauchte Anfang des Jahrhunderts ihre Kräfte im Kampf gegen rivalisierende neapolitanische, irische und jüdische Gangs.

Es war Al Capone, der eine erste Absprache durchsetzte, die die verschiedenen Gebiete  bestimmten Familien zuordnete. 1929 organisierte er ein nationales Treffen der Mafia-Chefs in Atlantic City. 1931 wurde er verhaftet und wegen falscher Steuererklärungen verurteilt.

Er starb 1947 im Gefängnis. Die amerikanische Geldgier überwucherte die alte Disziplin und brachte unter Führung von Charles "Lucky"  Luciano eine systematische Liquidierung der älteren Mafiosi und ihrer Familien. War in Sizilien noch die Mafia eine Art Lebensform, so wurde sie in Amerika intellektuell und lernte, sich auf dem Boden der legalen Gewerbe zu bewegen und die Hebel der Politik und des Kapitals in die Hand zu nehmen. Die Mafia ist aus dem Leben der Vereinigten Staaten nicht wegzudenken. Sie ist seit Jahrzehnten akzeptierter Bestandteil dieses Kontinents.

Es gibt unzählige Bücher über die Mafia. Zum Teil auch wirklich gute, grösstenteils nur blumenreiches Geschwätz. Ich beschränke mich auf einige grundsätzliche und durch mehrere seriöse Quellen gesicherte Informationen der jetzigen Situation:

Mafia von innen, Autor Pino Arlacchi, Verlag Fischer Taschenbuch

Jenseits von Palermo, Autor Fabrizio Calvi, Verlag Herbig

Pizza Connection Shana Alexander , aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid, Verlag Bastei-Lübbe-Taschenbuch

Mein Leben für die Mafia - Der Lebensbericht eines ehrbaren anonymen Sizilianers, aus dem Italienischen von Christel Galliani, Verlag Rowohlt

Der Pate der Macht GIANCANA - Ein Insider-Bericht aus der US-Mafia von Sam und Chuck Giancana, Verlag Gustav Lübbe

Ehre Deinen Vater, Autor Gay Talese, Verlag Fritz Molden

Die Mafia besteht grundsätzlich mehr aus Subalternen, denn aus Managern. Die wirklich Leitenden werden überdies stets lange auf ihrem Posten gehalten, um die Gefahr interner Streitigkeiten zu verringern. Das Gros der Mafiosi sind Zuträger, Schläger, Killer, Fahrer, Taxifahrer, Portiers, Köche, usw. Es ist völlig bedeutungslos, ob ein Capo-Mafia Spediteur, Priester, Arzt, Rechtsanwalt, Landwächter, Getreidehändler oder ähnliches ist. Es genügt, wenn er glaubwürdigen Schutz verschafft.

Mitglied der Mafia zu werden bedeutet den Erhalt einer Lizenz zum Schutzgewähren. Das Durchschnittsalter der Capo-Famiglia ist 57 Jahre in Sizilien, 35 Jahre in Neapel und 60 Jahre in Amerika. Das höhere Alter in Sizilien und in den USA lässt durchaus auf bessere Auswahlkriterien und eine straffere Organisation schliessen.

Der einzige Fall, wo ein Mafioso zur Polizei geht, ist der Diebstahl des Autos. Würde dieses nämlich für ein Verbrechen benutzt werden, könnte der Mafioso mit dem oder den Banditen verwechselt werden. Mafiosi fahren sehr oft in heruntergekommenen Kleinwagen oder in möglichst auffälligen, teuren Kfz. Beides gibt etwas mehr Sicherheit vor Diebstahl.

Verboten ist weiter die Simulation von Irrsinn zur Vermeidung gerichtlicher Strafen. Es hat Ausnahmen gegeben, aber im Prinzip gilt diese Vorgangsweise als ehrenrührig.

Das Ansehen, welches ein Mafioso innerhalb der Cosa Nostra geniesst, ist nicht an seinen Beruf oder an einem akademischen Titel gebunden. Von den wirklich wichtigen Mafiosi ist überhaupt keine berufliche Tätigkeit bekannt.

Die Yakuza, oftmals als japanische Mafia bezeichnet, unterscheiden sich doch sehr wohl von der "Original-Firma". Die Yakuza-Leute schicken ihre Bräute oder Frauen auf den Strich. Dies würde ein echter Mafioso niemals tun. Während die sizilianischen Mafiosi zum Muttertag dienstfrei haben, ruht die Arbeit der Yakuza am Geburtstag des Kaisers. Der Name der japanischen Familie ist nicht identisch mit der Familie des Oberhauptes. Bei ihnen geschieht die Nachfolge mit Hilfe genauer Regeln, die im allgemeinen die Söhne des Erben ausschliessen.

Für beide Organisationen gilt aber, und dies kann weltweit für kriminelle Schutzorganisationen behauptet werden, folgendes:

Erbarmungslosigkeit ist ein grundlegender Aspekt der Schutzqualität. Sie ist Bemessungsgrundlage der Mafiosi untereinander. Hart sein ist jedenfalls eine Eigenschaft ohne Verwaschungen: Entweder man hat sie, oder es ist nichts zu machen.

Stellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Sie sind Mafioso und haben einem Spieler zum Teil eigenes, zum Teil treuhändisch verwaltetes Geld der "Organisation" gegeben oder geben lassen. Trotz wiederholter Mahnungen zahlt der Mann nicht und führt Sie an der Nase herum. Sie drohen ihm an, dass er bei Nichteinhaltung der letzten Frist eine Hand gebrochen bekommt. Tun Sie dies nicht, sind Sie bei ihm unten durch, bei der Organisation eine Null, damit wertlos und Ihr eigenes Leben ist gefährdet. Wird ihm die Hand gebrochen, haben Sie bewiesen, dass man mit Ihnen rechnen kann, mit Ihnen rechnen muss und auf Sie Verlass ist.

Bei der organisierten Kriminalität gibt es keine ideologischen oder politschen Krisen. Die OK will die Welt nicht verändern. Ihr Ziel ist es, den status quo aufrecht zu erhalten und den sozialen Aufstieg ihrer Mitglieder zu gewährleisten.

MANAGERSCHULUNG

Österreich ist kein Land, in dem man sich den Weg ins Büro freischiessen muss. Trotzdem ist es unter Hochgrad-Managern durchaus üblich, sich über die eigene Sicherheit und die der Arbeitsstätte Gedanken zu machen. Vieles, was wir empfehlen, ist aus Kostengründen oder aus Gründen der persönlichen Bequemlichkeit für den beratenden Detektiv nicht durchsetzbar. Im allgemeinen ist es aber so, dass Menschen, die anderen sagen, was sie zu tun haben, durchaus den qualifizierten Ratschlägen eines Spezialisten ihr Ohr leihen.

MEDIKAMENTE

Detektive nehmen ebenso wie jeder andere Medikamente, oder sie nehmen sie eben nicht. Berufsbedingt kommt es vor, dass sporadisch Weckamine bei extrem langen Dienstzeiten geschluckt werden. Bisweilen stabilisieren sich auch Leibwächter bei härteren Einsätzen mit milden Tranquilizern. Krampflösende Tabletten werden dann "eingeworfen", wenn das Aufsuchen eines stillen Örtchens aus Sicherheitsgründen beim Personenschutz zu lange unmöglich erscheint.

Im allgemeinen sind Berufsdetektive generell nicht vom Medikamentenmissbrauch bedroht. Etwas anders sieht die Angelegenheit beim Alkoholkonsum aus. Siehe dortiges Stichwort.

Wer unter Stress zu Krämpfen neigt, ist mit einem Rezept des Arztes für Buscopan-Compositum gut bedient. Als milder Tranquilizer kann allenfalls Lexothanyl helfen, möglicherweise auch irgendein Präparat der Anxiolithgruppe.

Kein Beruf kann aber auf Pharmaka-Schienen befahren werden. Deshalb bitte Vorsicht und - wenn es wirklich notwendig ist - ein Gespräch mit einem gescheiten Arzt.

MESSER

Bei einiger Durchführungsenergie für mich wesentlich gefährlicher, als eine Faustfeuerwaffe. Uns Mitteleuropäern liegt das Messer allerdings nicht. Es ist ausserdem stigmatisiert und hat als Notwehrinstrument ein schlechtes Image. Das geringe Gewicht, die leichte Unterbringung, wie auch die schnelle Handhabung sprechen allerdings für diese Waffe.

Ich selbst war gezwungen, Verfolger abzuschütteln, indem ich die Autoreifen aufgestochen habe. Die Sache ist verjährt, bitte bemühen Sie sich nicht. Es gibt einige interessante Bücher über den Messerkampf. Ich finde sie alle grauslich. Allein die Beschreibung der Techniken und die dazugebrachten Bilder sind irgendwie ungustiös. Ich glaube, dass im äussersten Notfall, ein gerader, beherzter Stoss nach vor, also nicht wie mit einem Hammer und nicht von unten zum Aufschlitzen, das Vernünftigste und Erträglichste ist.

Springmesser sind jetzt erlaubt. Die Manipulation und optische Präsenz ist wirksam. Der Nachteil ist der, dass die Verbindung zwischen Klinge und Griff leichter bricht. Vor allem bei den italienischen Produkten ist das Ganze eher fürs Auge gemacht.

Die stabilsten Messer sind jene, bei denen die Klinge und der Griffstahl aus einem Stück bestehen. Mit den meisten militärischen Kampfmessern habe ich mich nie anfreunden können. Der Griff ist mir zu glatt und es fehlt eine Art Parierstange. Ich befürchte immer, bei starkem Druck mit der geschlossenen Hand weiter zu rutschen und mich selbst zu verletzen. Bei vielen dieser Messer finde ich keinen richtigen Halt für Daumen und Mittelgelenk des Zeigefingers. Die Klinge sollte auch nie zu schmal und keinesfalls biegsam sein. Das sieht zwar sehr gefährlich aus, ist aber unbrauchbar. Recht gut sind immer noch die bei den Bauernburschen beliebten "Knicker". Sie haben auch den Vorteil, dass sie nicht wie das professionelle Werkzeug eines pathologischen Messerkämpfers aussehen.

Wichtig ist, dass Sie bei der ersten Einvernahme immer sagen, dass Sie Angst gehabt haben, noch besser ist der Satz: Ich habe mich gefürchtet. Erstens lügen Sie sowieso nicht, weil sich jeder fürchtet und zweitens sind Sie ein Trottel, wenn Sie meinen Ratschlag nicht befolgen. Bei der Polizei, beim Untersuchungsrichter und beim Staatsanwalt macht sich das immer gut. Natürlich erklärt die Polizei der ganzen Welt, was man zuerst zu Protokoll gibt, wäre im Grunde genommen nicht so wichtig, weil ohnedies das Gericht dann entscheiden würde. Das ist aber Blödsinn. Letztlich kommt es immer auf die erste Aussage an, der ja aufgrund der Momentan-Stimmung grosses Gewicht beigelegt wird. Ich unterstelle natürlich, dass Sie nicht sinnlos mit Ihrem Stichblatt herumfuchteln.

Für solche Leute habe ich dieses Buch nicht geschrieben.

MIETRECHTSRECHERCHEN

Wenn die Grossmutter in die Jahre kommt und die alte Dame dann das Zeitliche segnet, ist niemand gern bereit, die ausgesprochen preiswerte grössere oder kleinere Wohnung, die noch den schönen alten, billigen Zins hat, freiwillig herzugeben. Selbst wenn sie ihre Kinder nur am Muttertag und zu Weihnachten gesehen hat, wird dann ein "gemeinsamer Haushalt" reproduziert, oder aber ein bereits vorsorglich an dieser Adresse angemeldetes Familienmitglied zieht ein und "war schon immer da".

Interessant ist oft die Energiezufuhr jener Wohnung, die in Wirklichkeit nicht bewohnt wird. Viele Leute vergessen immer noch, dass man eben Gas, Strom, Telefon und Wasserverbrauch, wenn man sich wirklich dauernd an einem bestimmten Domizil aufhält, nachweisen muss.

Bisweilen steht die Wohnung lange Zeit leer. Es werden lediglich die Miete und die geringfügigen Gas- und Stromrechnungen weiter bezahlt. Recherchen bringen hier Klarheit, sofern die Hausverwaltung gescheit genug ist, rechtzeitig, also vorprozessual, Beweismittel zu sammeln.

Wenn es schon mehrere Verhandlungen gegeben hat und die Zeugen alle bestens präpariert sind, ist es nur mehr sehr schwer, erfolgreich zu ermitteln.

MILITÄR

In unseren Kreisen findet man kaum einen Zivildiener. Ich selbst bin glühender Österreicher im Sinne eines Thomas Bernhard und mache mich auch pausenlos über unsere Armee lustig, aber wenn unsere Garde am Ballhausplatz aufmarschiert und die Musik dröhnt, das können wir ja besonders gut, bekomme ich nasse Augen. Viele unserer jungen Kollegen sind Unteroffiziere und Offiziere der Miliz, und natürlich irgendwann einmal vom bürokratischen Reibungsverlust der hohen und höchsten Operettendarsteller deprimiert.

Bekanntlich hat jedes Land eine Armee, die eigene oder eine fremde. Mir ist die eigene lieber.

NACHWUCHS

Gute Leute sind immer selten, sei es nun in der Hochkonjunktur oder Flaute. Das Anforderungsprofil ist nur von der Oberfläche her gesehen einfach. Im allgemeinen ist ein junger unzufriedener Maturant, mit abgeleistetem Militärdienst, Führerschein, PKW und guten Deutschkenntnissen, in guter körperlicher Verfassung, die "Materialbasis". Ausnahmen und fürchterliche Irrtümer sind in dieser Papierform ebenfalls programmiert. Wer vier bis sechs Jahre Berufsausübung durchhält, bleibt meist dabei. Er hat es dann im Blut. Nicht er hat den Beruf ergriffen, der Beruf hat ihn voll erfasst.

NEID

Neid muss man sich schwer erarbeiten, Mitleid bekommt man umsonst. Detektive leben gut und sterben arm. Nehmen Sie das bitte nicht wörtlich. Ich meine damit, dass das Nummernkonto in der Schweiz, das Grundstück mit dem pfeiferauchenden Gärtner und die Jugendstilvilla eher bei unseren Kunden zu finden sind.

Grundsätzlich besteht das Problem darin, dass die Arbeitsleistung von Detektiven nicht unbeschränkt zu vervielfältigen ist. Ein Installateur kann viele Meister, Gesellen und Lehrlinge anstellen, wenn er genügend Aufträge ergattert. Nicht so in unserem Beruf. Leichter geht das schon bei Wach- und Schliessgesellschaften, oder den sogenannten Kaufhaus-Detektiven. Ich unterschätze keinesfalls unsere Kollegen im Kaufhaus, aber hier ist doch die Quantität entscheidender, als die Qualitätsbesessenheit, wie sie in kleineren Betrieben bisweilen noch exerziert wird.

Das Problem der Kaufhausdetekteien und Bewachungsfirmen besteht wieder in der schwer zu vermeidenden Fluktuation.

Die Eintönigkeit wird wohl durch Schulungsprogramme, sportliche Aktivitäten und Ähnliches gemildert. Es besteht aber kein Zweifel, dass diese Art der Spezialisierung für geistig sehr bewegliche Kollegen grössere Probleme mit sich bringt.

NIKOTIN

Fast alle von uns rauchen. Und fast alle haben es sich schon versucht abzugewöhnen. Wie sagte Mark Twain so schön: "Es ist kinderleicht, sich das Rauchen abzugewöhnen. Ich selber habe es mindestens schon siebzehn Mal gemacht."

ORTSKENNTNIS

Der Heimvorteil ist unschätzbar. Wer jeden Stein kennt, jede Sprachwendung beherrscht, und Fussgängerzonen, wie neuerliche Umleitungen verflucht hat, lässt sich schwer austricksen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass einem Klienten mit der Delegierung eines Auftrages mehr gedient ist, wenn andere Kollegen irgendwo in ihrem eigenen Gebiet agieren. Da muss man das Herz dafür haben und darf sein Glaubensbekenntnis nicht auf der Registrierkasse tippen.

Selbst in jenen Ländern, deren Gewerbeordnung lockerer ist, als in Österreich, was mit Ausnahme von Spanien und Teilen der Schweiz, nahezu überall der Fall zu sein scheint, findet man gute Profis. Problematisch ist vorläufig noch die Öffnung des Ostens. Es gibt Kontakte, aber die Erfahrungswerte sind verschieden. Allerdings haben auch diese Länder eine jahrzehntelange Tradition und es steht ausser Zweifel, dass dort gute Agenturen bereits existieren.

Ob sie politisch wirklich freigespielt sind, wird die Zukunft zeigen. Sehr oft rekrutieren sich diese Leute aus den Reihen verdienter Kommunisten, die die Perestroika zum Sprung in die Selbständigkeit benützt haben.

Billig sind sie allerdings auch nicht mehr. Das Erste, was sie gelernt haben, sind westliche Konditionen, ohne unseren Stress.

PANZERGLAS

Durchsichtiger Schutz gegen Handfeuerwaffen. Symmetrische Panzergläser sind Verbundgläser, in denen mehrere Gläser gleicher Dicke mit PVB-Folien verbunden werden und von beiden Seiten die gleiche Beschusshemmung bieten. Dagegen ist bei asymmetrischem Panzerglas die Beschusshemmung nach einer Seite hin höher. Die Absicht ist klar, im äussersten Notfall wollen Sie ja auch "hinausschiessen" können.

PERSEVERANZ

Um 1925 entwickelte These, nach der Täter mit besonders hoher krimineller Energie meist gleiche oder ähnliche Straftaten ausführen ("Delikttreue") und dabei ihre Arbeitsweise (Modus operandi) grundsätzlich beibehalten (Heindl). Auf den Grundannahmen oder Perseveranz baut der Kriminalpolizeiliche Meldedienst mit einem System der Fallzusammenführung auf.

Empirische Untersuchungen der letzten Jahre haben die Gültigkeit der Grundsätze von Perseveranz und modus operandi vermehrt in Zweifel gezogen (Steffen, Schuster, Weschke). Weitere Forschungsvorhaben werden derzeit noch durchgeführt. Ihr Ergebnis wird von Bedeutung für die Fortentwicklung von INPOL sein, insbesondere für die Frage der Einrichtung einer zentralen Falldatei.

PFUSCH

Alle pfuschen sie. Bei einem Schneider, Installateur oder ähnlichem Beruf sehe ich das ja noch ein, weil er immerhin sein Handwerk gelernt hat. Bei uns ist das anders.

Da fahren Taxifahrer als 007 herum, Mietwagenchaffeure produzieren sich als Leibwächter, Rechtsanwälte schicken Sekretärinnen, Boten und Konzipienten an die Recherchenfront und Firmen inserieren um Pensionisten und Studenten, sichtlich aus dem Grund, Geld zu sparen.

Polizisten (SWB) und Kriminalbeamte (KRB) sind einem schwarzen Euro auch nicht abgeneigt.

Der Erfolg ist zumeist mässig. Von einer Zeugenschaft bei Gericht kann natürlich auch keine Rede sein. Bisweilen handelt es sich sogar um reinen Nachrichtenschwindel.

PINKERTON

Allan Pinkerton, Sohn eines irischen Polizisten, 1819 in Glasgow geboren, 1850 durch einen Zufall zur Kriminalistik gestossen. Er erkannte die Chance und gründete "Pinkerton`s National Detective Agency". Das Firmenzeichen war ein weit geöffnetes Auge mit dem Satz "Wir schlafen nie".

Getarnt als Börsenmarkler, er war hinter einer Geldfälscherbande her, deckte Pinkerton eine Verschwörung gegen den amerikanischen Präsidenten Lincoln auf. Sein Büro arbeitete als Spionageabteilung der Nordstaaten während des amerikanischen Bürgerkrieges. Pinkerton stab 1884 eines natürlichen Todes.

Abgesehen von den fiktiven Romanfiguren galt und gilt er als der berühmteste Privatdetektiv des 19. Jahrhunderts. (Die Agentur gibt es immer noch). Neben Eugene François Vidocq, dem Gründer der französischen Sureté, der ebenfalls Privatdetektiv war.

PISTOLE

Lächeln Sie nicht. Die Zeitungen verwechseln das permanent und bringen falsche Bilder. Also eine Pistole ist eine einhändig zu gebrauchende Handfeuerwaffe (Faustfeuerwaffe) in Form der Selbstladepistole. Bei dieser erfolgt das Auswerfen der Hülse nach dem Schuss, sowie das Laden und Spannen, nicht dagegen das Abfeuern, selbsttätig. Das Wort selbst dürfte während der Hussitten-Kriege entstanden sein und aus dem Tschechischen kommen.

Obwohl der Revolver aus mehr Einzelteilen besteht und im Prinzip komplizierter ist, bietet die einfache Handhabung für den Nichttrainierten grosse Vorteile. Man braucht nicht überlegen, ob durchgeladen ist. Die Pflege der Waffe ist einfacher. Es gibt kein Zerlegen. Er kann notfalls jahrelang im Nachtkästchen liegen. Prinzipiell kann gesagt werden, dass für den Selbstschutz der Revolver genügt, für den Schutz von anderen, aber einfach zu wenig "Kugerln" vorhanden sind.

Neuere Pistolen verfügen über ein Magazin von mindestens 15 Schuss. Das gibt schon ein brauchbares Sperrfeuer. Im Grunde genommen ist es eine Glaubensfrage. Nicht zu Unrecht sagen die "Revolvermänner", dass wir hier nicht in Chicago leben und was man sich mit fünf, sechs Schuss nicht richtet, auch nicht mit 15 oder mehr zu bügeln sein wird.

Eines vergessen Sie nicht: Man gibt immer nur so viel Schüsse ab, dass einer also der letzte - in der Waffe bleibt. Das hat bei der Pistole den Sinn, beim Magazinwechsel nicht wehrlos zu sein, was bis zu einem gewissen Grad auch beim Revolver gilt und überdies kann es vorkommen, dass man die Füsse in die Hand nimmt und sich "über die Häuser haut". Ist man aber dann bei der wilden Flucht - auch netterweise "geordneter Rückzug" genannt - braucht man ja, sollte einer der Verfolger doch schneller sein, die letzte Patrone für den "Befreiungsschuss".

Mir sind Revolver lieber als Pistolen, wobei ich aber zugeben muss, dass das Argument der geringen Feuerkraft durchaus stichhaltig ist. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass der erste Schuss bei beiden Waffen gleich schnell da ist. Die meisten Detektive verfügen über mindestens eine Pistole und einen Revolver, je nach Arbeitserfordernis.

Es gibt noch ein interessantes Argument. Beim Revolver findet niemand die Hülsen, während die Pistole natürlich die leeren Patronen bis zu einigen Metern weit "ausspuckt". Das bedeutet schlicht und einfach, dass auch sehr gesetzestreue und ordentliche Menschen sich durchaus die Situation vorstellen können, Hals über Kopf den Ort einer vielleicht letalen Notwehr zu verlassen. Jedenfalls habe ich in vielen Jahren ebenso viele seriöse Leute darüber ernsthaft diskutieren gehört.

Das Training bei den Detektiven ist ungleich häufiger, als bei der Exekutive, von Spezialabteilungen abgesehen. Der normale österreichische Sicherheits-Wachebeamte hat pro Jahr zweimal ca. 100 Schuss abzugeben. Die latent vorhandene Angst bei Detektiven, irgendwann, irgendwo eine Fehlreaktion zu begehen, deren Folgen natürlich nicht vom Staat verantwortet werden, sondern auf die eigene Kappe gehen, treibt in den Schiesskeller.

PLAYBOYS

Die Playboys sind tot. Sagen Sie mir bitte nicht, dass Hugh Hefner noch lebt. Erstens wissen wir das eigentlich nicht ganz genau und zweitens ist es durchaus möglich, dass er schon tot ist, aber keiner wagt es, ihm das zu sagen.
Vor Jahrzehnten gab es den weltweit bekannten Playboy Porfirio Rubirosa. Er war Botschafter der Dominikanischen Republik, heiratete eine recht ansehentliche Reihe amerikanischer Milliardärinnen und endete standesgemäß, indem er in seinem Ferrari sitzend einen Baum umarmte.

Der letzte, und es sieht so aus, als wäre er wirklich der letzte, war der noch lebende Gunter Sachs. Alles andere sind mühsame Imitate, die weder das Geld noch den Stil dafür haben. Hier sind wir auch bei wesentlichen Punkten dieser ausgestorbenen Spezies. Ein Mann ohne Geld kann kein Playboy sein und ein Mann mit Geld aber ohne Stil kann sich nicht als solcher profilieren. Immerhin war es der schon zuvor erwähnte Gunther Sachs, der in den 60-er Jahren – ich glaube als Erster auf die Idee kam – von einem Sportflugzeug in niedriger Höhe über die Riviera fliegend seiner späteren Frau 1.000 rote Rosen über Haus und Anwesen zu werfen. Und dies war immerhin Brigitte Bardot, ein anerkanntes Weltwunder des Sex-Appeals. Wir haben sie vor drei Jahren für zwei Tage „beleibwächtert" und obwohl meiner Schätzung nach schon ca. 70 und auf einen ganz schmalen Stock gestützt strahlte sie soviel Herzlichkeit und Charme aus, dass meine jungen Detektive ganz hingerissen waren. Zum Abschied bedankte sie sich überaus herzlich, küsste alle auf beide Wangen und zeigte was echte Faszination ist. Madame Bardot und Monsieur Sachs – Chapeau!

POLITIK

Jeder hat eine eigene politische Meinung, aber wir kümmern uns nicht um die Parteien, die ihre ganze Kraft dem Ausbau der Parteimacht, der Festigung der Sessel und der Dressur der Bevölkerung zuwenden. Aufträge mit politischem Hintergrund werden sehr oft abgelehnt. Prinzipiell kann man aber Vertreter unseres Berufsstandes weltweit dem bürgerlichen Lager zuordnen. Das reicht in Österreich von der Sympathie zum schwarzen Weihwasserpiraten, über die rosaroten Hosenträger-Konservativen bis zum blauen Radau-Demokraten.

POLIZEI

Mögen Sie die Polizei? Diese Frage ist nicht beantwortbar. Mögen Sie das Wetter? Ja welches Wetter? Nasskalte Regentage oder einen frühsommerlichen, strahlenden Morgen? Na, sehen Sie.

Ich habe Freunde bei unseren Cousins, die ich mag und die auch zu mir stehen. Dann gibt es welche, die ein Kapperl auf dem Kopf haben und Sätze sagen, wie: Ich mahne Ihnen ab und mässigen Sie sich ihnen. Die mag ich wahrscheinlich weniger. Ich mag auch Rauch gern. Zum Beispiel, wenn er von meiner Zigarette kommt. Überhaupt mag ich ihn nicht, wenn er aus einem brennenden Kinderheim aufsteigt.

Ich bin sicherlich nicht das, was man sich unter einem Marxisten vorstellt, aber ich kenne einige Sozialisten (in Wien braucht ein Polizist das rote Parteibuch) mit denen ich unter gewissen politischen Umständen gemeinsam auf die Barrikaden steigen würde. Das wär`s.

PRIVATANKLAGEDELIKT

Die Strafverfolgung des Täters erfolgt nur über Verlangen des Verletzten, der die Privatanklage zu erheben hat. Eine zur Privatanklage berechtigte Person muss, bei sonstigem Verlust ihres Anklagerechts, binnen 6 Wochen von dem Tag, an dem ihr die strafbare Handlung und ein der Tat hinlänglich Verdächtiger bekannt geworden sind (subjektive Verfolgungsverjährung), die Privatanklage gegen diesen erheben, und zwar mündlich oder schriftlich beim zuständigen Strafgericht ( 46 Abs.1 StPO). Die objektive Verfolgungsverjährung beträgt ein Jahr ( 57 Abs.3).

Einige Beispiele für Privatanklagedelikte:

 110 StGB Eigenmächtige Heilbehandlung
 111 StGB Üble Nachrede
 118 StGB Verletzung des Briefgeheimnisses und Unterdrückung von Briefen
 119 StGB Verletzung des Fernmeldegeheimnisses
 152 StGB Kreditschädigung
 194 StGB Ehebruch

PROBEKÄUFE

Das erledigen wir, wenn Grund zur Annahme besteht, dass das Verkaufspersonal unehrlich ist. Man kann also Testkäufe durchführen, die sich dann, wenn die Vermutung richtig ist, auf keinem Kassenbon oder Beleg finden. Das geht von der Apotheke über den Juwelier bis zur Kassiererin im Supermarkt.

Die Kosten für den Kunden sind gering und die Effizienz dieser Methode hoch. Wichtig ist die genaue Instruierung durch den Kunden. Was kaufe ich wann, wo, bei wem und mit welchen Banknoten? In extrem schwierigen Fällen werden zusätzlich auch noch versteckte Kameras eingebaut. Wichtig ist dann ein wirklich guter Anwalt, der sich im Arbeits- und Sozialrecht auskennt. Das ist nicht oft der Fall.

RECHTSANWÄLTE

Für den Detektiv eine hochinteressante Berufsgruppe. Sie waren im allgemeinen pünktliche Zahler, sind es heute nicht mehr, drücken aber gerne den Stundenpreis. Das ist verständlich, wollen sie doch die Leistungsfähigkeit vorerst beim eigenen Klienten beweisen, indem sie billig einkaufen.

Gute Detektivleistungen sprechen sich in Anwaltskreisen herum. Wichtig ist bei Aufträgen durch Anwälte, dass jedes Detail schriftlich festgehalten wird, sei es durch Telefax, Brief und/oder Aktennotiz.

Bei vielen Rechtsanwaltskanzleien gibt es auch einen innerbürokratischen Reibungsverlust vom Juristen selbst über die Schreibkraft zu Ihnen. Die meisten jungen Schreibkräfte oder Sekretärinnen haben viel zu tun, stehen unter grossem Druck und vergessen sehr oft Mitteilungen, die ihnen aufgetragen wurden, an den Detektiv weiterzugeben. In der Folge gibt es später Urgenzen und Reklamationen, die nur durch äusserste Präzision Ihrerseits und eventuell eine Aktennotiz mehr, bewältigt werden können.

Bedenken Sie auch, dass die Formel "auftrags und namens meines Mandanten" den Rechtsanwalt keineswegs zur Zahlung veranlasst, wenn der, Ihnen nicht bekannte Mandant, aus irgendeinem Grund die Zahlung verweigert. Sie sitzen dann zwischen zwei Sesseln. Sie benötigen also entweder den Auftrag direkt verantwortlich von der Anwaltskanzlei, oder direkt vom Klienten, was in jedem Fall aufgrund der erhöhten Information vorzuziehen ist.

Erst so sind die Unterschriften beruhigend. Im übrigen sind auch Rechtsanwälte an das Wort "Kostenvorschuss" gewöhnt, sie nehmen ja selbst aus guten Gründen welche.

Ein guter Anwalt macht aus einem mittelmässigen Detektivbericht mehr, ein schwacher Anwalt kann auch eine exzellente Arbeit ruinieren.

Wenn Sie einen Auftrag zu erwarten haben, versuchen Sie den Mandanten in die eigene Kanzlei zu bekommen.

Sie haben mehr Zeit, das Diktaphon steht bereit, die Informationen werden vielfältiger und das Gespräch unter vier Augen bringt unter Umständen Dinge hervor, die für Ihre Tätigkeit relevant sein können. Meine längste Besprechung mit einem Kienten dauerte sechs Stunden. Das hätte ich in einem fremden Büro kaum durchgehalten.

Bedenken Sie auch, dass Sie im eigenen Büro für andere Kunden noch erreichbar sind und Ihre Sekretärin oder Ihr Anrufbeantworter niemanden auf später vertrösten muss. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den jungen Detektiv. Ausserdem haben Sie gleich die Unterschrift des Kunden. Entweder schreibt Ihre Bürodame den Auftrag sofort, oder Sie tippen ihn selbst in den PC.

Rechtsanwälte erwarten keine Provision, wenn Sie einen Kunden empfehlen und geben auch keine, wenn man einen Schützling überantwortet. Es gibt Anwälte die prinzipiell gerne mit Detektiven arbeiten, andere nur notgedrungen und eine nicht unbeträchtliche Anzahl von ihnen, kooperiert überhaupt nicht. Sei es aus Gründen schlechter Erfahrungen oder aber, was häufiger der Fall ist, weil sie die Bandbreite unseres Berufes nicht kennen. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass der Anwalt die finanzielle Kraft des Klienten so einschätzt, dass gerade für ihn das Honorar aufzubringen ist und eventuelle Ermittlungs- oder Observierungskosten nicht mehr drinnen sind. Dann ist ihm wahrscheinlich das Hemd näher als der Rock.

Es kann vorkommen, dass der Anwalt Dinge sagt, die Ihrer Fachkenntnis und Erfahrung total widersprechen. Seien Sie vorsichtig bei der Formulierung Ihrer Erwiderung. Ich habe mir den Satz angewöhnt "Ich möchte einem erfahrenen Juristen nicht widersprechen, aber...".

Sie geben ihm damit die Chance, ohne Gesichtsverlust Ihre Strategie zu akzeptieren.

Jetzt, Ende der 90er-Jahre ist die Wiener Situation so, dass nicht weniger als knapp 1200 Anwälte um Klienten kämpfen. Kaum sitzt irgendwo ein Generaldirektor oder ein Vorstandsmitglied beim Heurigen, im Golfclub oder anderswo, schon lauert mit gezückter Visitenkarte ein Anwalt. Die Konkurrenzsituation bringt es mit sich, dass gespart wird, wo es nur geht. Natürlich auch bei uns. Es wird um Stundenlöhne gefeilscht und es gibt genug Anwälte, die nur mehr den Preis und nicht die Qualität kaufen. Einige sind bereits so "kostenbewusst", dass die mit den Z-Schlüssel nach den Kanzleistunden recherchieren gehen. Damit muss man leben. Ich rate aus langjähriger und nicht erfolgloser Erfahrung, bei solchen Leuten hart zu bleiben.

Bedauerlicherweise gibt es auch eine grosse Anzahl von Rechtsanwälten, die ihre Arroganz gegenüber einem nicht akademischen Beruf bei weitem übertreiben. Lassen Sie sich bitte nicht beeindrucken. Notfalls verzichten Sie auf so einen Lümmel. Er kann niemals ein guter Klient werden.

REVOLVER

Kommt vom englischen to revolve = sich umdrehen. Die Mehrladeeinrichtung besteht in Gestalt einer Trommel, die sich beim Spannen dreht und so eine neue Patrone hinter den Lauf bringt. Die Waffenkenner unter Ihnen bitte ich um Entschuldigung, aber Sie wissen ja selbst, dass Pistole und Revolver von Laien permanent verwechselt werden. Für den Beginner kommt ein 2 max. 3-Zoll Revolver mit dem Kaliber 38 spezial oder 357 Magnum in Frage. Wichtig ist, dass Sie aus dem 357er ebenso die 38er Patrone verschiessen können, da sie nur etwas kürzer ist. Interessant ist das fünfschüssige Modell "Bodyguard" von Smith und Wesson. Ein hässlicher, aber ungeheuer praktischer Revolver. Klein, handlich und durch den verdeckten Hahn bedingt, können Sie ihn auch ohne Holster in der Tasche tragen. Ich möchte hier keinesfalls für Smith und Wesson Reklame machen, so gut sind die Burschen auch schon lange nicht mehr, aber mir ist keine andere Lieferfirma mit ähnlicher Konstruktion bekannt. Das teure Mikrovisier können Sie sich prinzipiell beim Revolver ersparen. Für das gebauchsmässige Tragen, wie auch Schiessen ist es nicht notwendig. Es lockert sich doch irgendwann einmal und ist - aus meiner Erfahrung - für den Notwehr- oder Nothilfefall nicht notwendig. Wenn Sie sich den fabriksmässig immer zu harten und schweren Abzug leichter stellen lassen und vielleicht einen Pachmayer-Griff montieren, haben Sie schon eine Waffe, bei der es mit ein wenig Training keine Ausreden mehr gibt. Es kann nicht schaden, wenn Sie beim Kauf einen versierten Bekannten mitnehmen. Wie bei allen anderen Artikeln gibt es auch bei Faustfeuerwaffen schon die merkwürdigsten Dinge. Viele amerikanische Revolver werden bereits in japanischer Lizenz erzeugt und sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Hinzu kommt noch, dass die Amis selbst immer schlampiger werden. Das Qualitätbewusstsein, wie wir es hier haben, ist in den Staaten einfach nicht vorhanden. Dafür sind Autos, Puffer und andere Dinge wesentlich billiger. Bei uns in Europa kauft man eben nicht, um etwas dann wegzuwerfen. Denken Sie nur an die Marken Korth, SIG, Manurhin, FN oder Heckler & Koch. Was die Tragart von Revolver oder Pistole betrifft, so hängt sie vom Beruf, Körperbau, Temperament, Kondition und Eigenart des Auftrages ab. Man kann beim besten Willen von einem gestandenen Generaldirektor nicht verlangen, dass er die "Desert Eagle" im tiefgezogenen "Presidente"-Holster am Oberschenkel trägt. Andererseits ist es schwach dimensioniert, wenn man einen international bekannten Juden oder Palästinenser mit dem fünfschüssigen Bodyguard begleitet. Die Combat-Schützen haben ja wieder ganz andere Waffen, die für den Normalgebrauch auch nur sehr bedingt geeignet sind. Eine Waffe ist allerdings immer so viel wert, wie der Mann, der sie in der Hand hält. Das gilt nicht für gewisse Billigbieter, deren Namen ich aus leicht erklärbaren juristischen Gründen hier nicht nenne. Ich würde finanziell kaum einen Prozess gegen diese Firmen aushalten können. Vor allem kann man billige Waffen nur mehr sehr schwer verkaufen.

SCHAUSPIELER

Brauchen selten etwas, sind aber seriöse Zahler.

Das ist aber nicht der Punkt, der Sie interessieren könnte. Von Schauspielern können sie unendlich viel lernen. Der Umgang mit der Sprache, die Flexibilität, die Köperbeherrschung, die Tarnung. Selbst im Tiefrausch sind Schauspieler ungeheuer diszipliniert und beherrschen, von Ausnahmen abgesehen, Körper, Geist und Sprache.

Wenn Sie in den Abend- oder Nachtstunden unterwegs sind, dürfen Sie sich nicht wundern, Schauspieler zu sehen. Bedenken Sie, dass der Normalbürger um ca. 16.00 - 18.00 Uhr sein Tagwerk beendet und dann eben bis ca. 23.00 Uhr aus den Strassen und Lokalen verschwindet. Nicht so der Schauspieler. Seine Arbeitszeit endet ja frühestens nach dem Abschminken in der Garderobe. Für ihn ist also erst um ca. 23.00 Uhr Feierabend. Dann hat er Hunger, dann will er etwas trinken, dann will er noch ein Gespräch führen und komplett abschalten.

Es ist also nicht Leichtsinn oder verschwenderischer Lebenswandel, wenn Sie diese Berufsgruppe zu späteren Zeitpunkten noch sehen können.

Ein beliebtes Gesprächsthema bei Künstlern ist immer Geld. Warum sollten sie mit Ihnen über ihr Metier sprechen? Sie werden auch nur sehr knapp Ihren Beruf streifen. Geld ist für Freiberufler immer wichtig. In den ersten Berufsjahren sind sie jämmerlich unterbezahlt, wenn man überlegt, wie lange sie intensiv studieren müssen. Eine Berufsgruppe, der wir grossen Respekt schuldig sind.

SCHECK

Wie lange ist ein Inlandscheck gültig? Wie lange ein europäischer Scheck? Wie lange ein Überseescheck?

Ich meine damit nicht jene Sorte von sogenannten "Schüttelschecks", das sind die, bei denen der Kassierer in der Bank traurig den Kopf von links nach rechts oder umgekehrt bewegt.

Wenn ein Aconto kommt, Sie nicht gleich zur Bank gehen können und der Kunde wegfährt, sollten sie schon über solche Dinge Bescheid wissen.

SCHLAGRINGE

Eine ganz hervorragende Waffe, aber verboten. Auch in Deutschland offiziell nicht erhältlich. In Frankreich habe ich sie frei verkäuflich gefunden. Für lizenzierte Waffenträger äusserst ungünstig, da auch wie bei allen anderen verbotenen Waffen der Waffenpass oder die Waffenbesitzkarte bei Betreten eingezogen wird. Die Schlagkraft mit diesem Instrument ist sehr stark. Die Wirkung ebenfalls. Für Frauen minder geeignet, da sie im allgemeinen psychisch für diese Art des Zuschlagens nicht konditioniert sind. Dies ist auch der Grund, warum sich gefährdet fühlende Frauen viel lieber die Reizgasdosen mit sich führen.

Die optische Drohung ist natürlich beim Schlagring nicht zu verachten. Für Detektive absolut nicht empfehlenswert. Ich bin einmal mit einer Erklärung davon gekommen, dass ich meinen Schlüsselbund zwischen die Finger geklemmt hätte. Die Verletzungen sind ja bekanntlich dann ähnlich.

Das war sehr knapp und ich muss davor warnen.

SCHLAGSTOCK

Eine minder gefährliche, aber gute Waffe. Allerdings etwas schwer mitzuführen, da bei kleinen Modellen die Wirkung geringer ist. Aus Gummi oder Holz erhältlich. Ich persönlich halte den "Nussernen" für wirkungsvoller.

Das Problem bei der Handhabung liegt darin, dass bei jedem kultivierten Menschen auch der Kopf und der Schulterbereich eines Angreifers irgendwie tabuisiert sind. Das zu überwinden ist nicht leicht. Ein anständiger Mensch neigt überdies dazu, weniger stark "hinzudreschen". Mit dem Erfolg, dass der Aggressor noch mehr aufgedreht wird und erst richtig antritt.

Also wenn schon, denn schon. Fragen Sie einmal Funkstreifenleute, ob die Gummiwürste bei einem betrunkenen "Gerüster" Wirkung gezeigt haben. Die Herren werden bestenfalls traurig lächeln.

Wie sagen die Kegelsportler: Gut Holz.

SCHUTZWESTE

Sonderbekleidung zur Eigensicherung in Gefährdungs-Situationen, insb. für geschütztes Vorgehen gegen bewaffnete Störer. Verwendung finden Typen verschiedener Hersteller, die in der Regel aus Vorder- und Rückenteil sowie Unterleibsschutz bestehen. Eine technische Richtlinie "Schutzweste" beinhaltet 4 Schutzklassen und legt die Anforderungen für Beschaffenheit und Schutzwirkung einheitlich fest.

SEKRETÄRINNEN

Ein Detektiv ohne gute Sekretärin kann sich begraben lassen. Das Problem liegt darin, dass die Jungen verständlicherweise heiraten und Kinder bekommen und die Älteren ebenso verständlich entweder zu teuer sind, oder die Selbstverwirklichung entdecken und persönliche Alternativ-Programme entwickeln, die im allgemeinen einen Schmarren wert sind.

Ich kenne einen Rechtsanwalt, der bereits 27 Jahre die gleiche Kanzleileiterin hat. Sobald sie in Pension geht, wird auch er die Kanzlei schliessen, weil er nicht mehr gewillt ist, noch einmal von vorn zu beginnen. Recht hat er. Wer solch ein Goldstück im Büro hat, möge es hegen und pflegen und natürlich nicht mit ihr schlafen.

Das wäre blödsinnig. Dafür ist so ein Prachtexemplar viel zu wertvoll.

SELBSTSCHUTZ

Manager leben im Zielfeld möglicher Aggressionen. Sie sollten grundlegende Sicherheitstips beachten und sich dadurch in ihrer persönlichen Freiheit nicht eingeschränkt fühlen.

Nichts ist bei Sicherheitskonzepten und Massnahmen so gefährlich, wie der unausgesprochene Satz: "Ist doch klar, braucht nicht erwähnt zu werden."

Bei einem Staatsbesuch des französischen Präsidenten Mitterrand wurden 92 (!) Koffer der begleitenden Journalisten ohne Kontrolle vom Wiener Hotel zum Flughafen Schwechat in das Flugzeug des Staatschefs transportiert, wobei nachher niemand für diesen Fehler zuständig war.

Wer im Zielfeld eventueller Aggressionen lebt, erhält im Allgemeinen Auflagen seitens des Sicherheitsdienstes, wobei die eingesetzten Leute ständig mit Verbesserungen und Erweiterungen lästig fallen.

Trainierte Führungsleute werden mehrmals im Jahr mit der nachstehenden oder einer sehr ähnlichen Liste konfrontiert.

Sie sollten sie ernst nehmen!

Aufzeichnungen aller Typen und Fabrikationsnummern der Wertgegenstände. Sind alle Schmuckstücke, Antiquitäten, Kameras, Jagdwaffen usw. photografiert?

Werden grössere Geldsummen in der Wohnung oder im Haus aufbewahrt?

Ist jeder im Haus vorsichtig gegenüber Fremden, die Grüsse von fernen Verwandten bringen, oder gegenüber sogenannten Vertretern, die besonders günstige Angebote unterbreiten?

Werden Reklamezettel an der Tür, geschlossene Fensterläden und übergehende Hausbriefkästen vermieden?

Wissen Sie noch, dass das Verlassen oder Betreten von Räumlichkeiten und Gebäuden erhöhte Gefahr bedeutet?

Prüfen Sie die unmittelbare Umgebung der Eingänge auf verdächtige Personen?

Stehen in der Nähe parkende Fahrzeuge, die Sie nicht kennen? Sind diese Fahrzeuge besetzt? Werden die Nummern regelmässig notiert?

Haben Sie nicht vergessen, die Fahrtstrecken unregelmässig zu ändern?

Wird oder wurde Ihr PKW von einem Fahrzeug verfolgt? Sie wissen ja, dass bei einer in Österreich erfolgten Entführung nachher festgestellt wurde, dass ein fremdes Fahrzeug tagelang gefolgt war. Es gab damals keine nennenswerte Reaktion des Observierten.

Die Aufforderung Unbekannter stehenzubleiben, wird auf keinen Fall befolgt. Unbekannte Personen sind nicht mitzunehmen. Ihr Fahrzeug darf nie unbewacht und unverschlossen stehen. Die Garage ist immer verschlossen zu halten.

Ist das Haus und sind die Zufahrtswege beleuchtet?

Wissen Ihre Angehörigen immer, wann Sie nach Hause kommen?

Verabredungen mit unbekannten Personen sind abzulehnen.

Spaziergänge ohne Begleitung sind illusorisch.

Machen Sie fremden Personen keinerlei Angaben über sich selbst oder über Ihre Familie. Das Gleiche gilt selbstverständlich für alle Angehörigen.

Treiben sich fremde Personen ohne ersichtlichen Grund in der Nähe des Hauses oder Dienstplatzes herum?

Aussentüren sind verschlossen zu halten. Geöffnete Fenster bedürfen der Kontrolle. Sie sind spätestens bei Einbruch der Dunkelheit zu schliessen.

Unbekannten ist auf keinen Fall zu öffnen. Sollte sich das Öffnen der Türe nicht vermeiden lassen, ist dies bei eingehängter Sicherheitskette zu tun.

Handwerker haben nur nach Terminvereinbarung Zutritt. Vorher ist die Identität der Handwerker zu prüfen. Der Meister hat eine Beschreibung der Gesellen, die die Arbeit durchführen werden, zu liefern.

Schlösser gehören regelmässig kontrolliert. Wird ein Schlüssel verloren, ist sofort das gesamte Schloss durch einen konzessionierten Schlosser auszutauschen.

Wie sieht die Nachbarschaft aus? Ist dort jemand eingezogen, den man nicht kennt? Wer kümmert sich auffällig um das Haus?

Erhalten Sie öfters Anrufe, ohne dass der Anrufende sich meldet, oder gibt es fadenscheinige Gründe für die sogenannten Proberufe? Vergessen Sie nicht, dass die Telephonüberwachung der Post mit sehr geringen Kosten von derzeit S 14,-- pro Stunde verbunden ist.

Sie selbst, die Familienangehörigen oder Hausangestellte haben grundsätzlich an der Türe keine Geschenke, Blumen oder andere Gegenstände von Fremden zu übernehmen.

Verdächtige Beobachtungen und Feststellungen sind sofort Ihrem Sicherheitsdienst und in der Folge der zuständigen Polizei- oder Gendarmeriedienststelle zu melden. Scheuen Sie auch keine schriftliche Meldung.

Neben den sehr dynamischen Beamten gibt es eine kleine Anzahl solcher, die nichts ernst nehmen. Ein eingeschriebener Brief wirkt bisweilen Wunder an Aufmerksamkeit von offizieller Stelle.

Prüfen Sie auch Ihren eigenen (staatlichen oder privaten) Sicherheitsdienst. Trübe Augen, Alkoholatem und schmutzige Fingernägel sind nicht immer ein Indiz für Nachtjournaldienst oder Arbeitsbelastung. Es sind gravierende Kennzeichen für gefährliche Trottel. Kinder sind nie ohne Aufsicht zu lassen. Nur ausdrücklich ermächtigte Personen dürfen sie von der Schule abholen.

Diese Personen sind den verantwortlichen Direktionsangehörigen der Schule persönlich vorzustellen.

Wer in Ihrem Bekanntenkreis fällt in folgenden Raster?

Verurteilungen, Trinkergewohnheiten, Drogenabhängigkeit, homosexuelle Neigungen, Spielleidenschaft, Prostituiertenbesuche, Tablettensucht, kommerzielle Brutalität Konkurrenten gegenüber oder versteckt gehaltene Freundinnen?

Wer beim letzten Punkt lächelt, möge bedenken, dass Sicherheitsleute darüber noch niemals der Ehefrau berichtet haben. Auch die Clinton-Leibwächter taten in der Lewinsky-Affäre dies nicht.

Nimmt die in Kombination zum Sicherheitsdienst tätige Wach- und Schliessgesellschaft die Aufgabe ernst?

Wo liegt derzeit die Waffe? Wenn es eine Pistole ist, wird sie unter- oder durchgeladen aufbewahrt? Kennen sich die erwachsenen Familienangehörigen nach wie vor in deren Gebrauch und Munitionierung aus?

Hat es Reparaturen an der Alarmanlage gegeben?

Kinder sind besonders schutzbedürftig. Sind sie instruiert? In einer grösseren Gruppe ist jedes Kind wesentlich weniger gefährdet, solange es sich in dieser Gruppe aufhält. Kennt Ihr Kind den Katalog, mit denen Täter ihre Opfer aus der belebten Umgebung weglocken? Nicht nur Mädchen sind gefährdet. Nach europäischen Statistiken ist jedes fünfte Opfer ein Bub.

Wer nun glaubt, dass man auf diese Art und Weise kein lebenswertes Leben führen kann, möge bedenken, dass jeder Führerscheinbesitzer noch vor zwanzig Jahren unangefochten, angeheitert nach Hause fahren durfte und die Dichte des Strassenverkehrs einfach paradiesisch war. Heute agieren wir alle im "Stoplight-Grand-Prix" und finden kaum mehr etwas dabei.

Ein Punkt fehlt nahezu in jedem Schulungskompendium:

Der gesunde Menschenverstand. Wer ihn benützt, bleibt Sieger.

SPIELER

Ein Spieler wird nie Detektiv und ein Detektiv, der spielt, bleibt nicht lange am Fenster. Kein Alkoholiker kann soviel versaufen, wie ein Spieler ruinieren kann.

Ich habe persönlich überhaupt nichts gegen spielerische Existenzen, aber "Kommerzspieler" ist eben ein eigener Beruf, mit allen Risiken dieses Metiers.

Wir haben öfters in diesen Kreisen zu tun, sei es Roulette, Bakkarat, Stoss, Automaten, Pferde oder Ähnliches. In 30 Jahren habe ich niemals erlebt, dass auch nur irgendein erträglicher Haben-Saldo herausgekommen wäre.

Wenn Sie draufkommen, dass einer Ihrer Mitarbeiter Spieler ist, müssen Sie sich sofort von ihm trennen. Unternehmen Sie keine Bekehrungsversuche. Es ist vergeblich.

Als Kunden kommen Spieler ohnedies nicht in Frage. Im Prinzip sind alle von ihnen zwei Drittel des Tages damit beschäftigt, soviel Geld zu verdienen, dass sie es im dritten Drittel wieder riskieren können. Abzüglich einer minimalen Zeitspanne für Schlafen und Essen.

SPRACHE

Zu den wichtigsten Ingredienzien eines wirksamen Berufsrezeptes gehört die Sprache. Ich meine hier vor allem die Muttersprache, die man in den Varianten beherrschen muss. Das gesprochene Wort ist eine Waffe, kann Wogen glätten und aufpeitschen. Ermitteln, also Recherchieren, ist zum grössten Teil perfekter Umgang mit der Sprache und angewandte Psychologie. Auch beim Personenschutz kann das eminent wichtig werden. Eine korrekte verbale Waffenandrohung wirkt. Bereits junge Detektive müssen hier differenzieren lernen. Man muss so gut sein, dass die Befähigung zur emotionellen Mitschwingung immer unter Kontrolle steht.

Es gibt ein traditionelles Beispiel für den gekonnten Umgang mit dem geschriebenen oder gesprochenen Wort. Denken Sie an ein zur Hälfte gefülltes Glas. Positiv heisst das, ein halbvolles Glas, negativ, ein halbleeres Glas. Beides ist nicht falsch und doch wird nur einer der zwei Sätze in einer eventuellen Berichterstattung am Platz sein.

Da wir gerade bei Berichterstattung sind. Vermeiden Sie die Mitvergangenheit. Schreiben Sie nicht "Der Mann ging über die Strasse und sperrte seinen Wagen auf", schreiben Sie ruhig "Der Mann geht über die Strasse und sperrt seinen Wagen auf." Die Gegenwartsform macht es plastischer. Schreiben Sie auch immer, wie Sie sprechen, und entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Imitieren Sie Nichts und Niemanden.

STANDORT

Wenn ein Detektiv einmal bekannt ist, kann er in einer Gruft am Zentralfriedhof agieren und wird trotzdem genug Klienten haben. Ist man in der City, bekommen die Kunden keine Parkplätze und jammern. Hat man die Kanzlei im Grünen, ist ihnen der Weg zu weit. Es gibt auch Anrufer, die unbedingt mit der U-Bahn oder einem anderen öffentlichen Verkehrsmittel kommen wollen. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man davon absieht, dass sie vielleicht zu geizig sind, um ein Taxi zu bezahlen.

Vor die Wahl gestellt, in einem uralten aber schönen Haus zu residieren, oder in einem neueren Bau mit Geschäfts-Flair, ziehe ich aus Erfahrung die modernere Variante vor.

Ich hatte mein erstes Büro in einem gotischen Wohnturm mit einer Mauerstärke von 1,60 m. Die Mehrzahl hat überhaupt nicht begriffen, was für ein prachtvolles Domizil das war und wie hoch die Miete kam. Dieses Büro wäre für einen Anitquitätenhändler passender, als für mich gewesen.

Ich habe das damals nicht gewusst und bin gut zwei Jahre lang dort geblieben. Spätere Erfolge in einem modernen Bürohaus, wo ich jetzt noch sitze, bestätigen diesen Erfahrungswert. Sie können sich ruhig in einem sogenannten "Arbeiterbezirk" etablieren. Das Haus selbst muss ordentlich sein. Für einen gewissen Kundenkreis ist natürlich eine erste Adresse wichtig, aber reiche Leute sind nicht deshalb reich, weil sie Geld ausgeben, sondern weil sie es nicht ausgeben und überdies kommen sie nicht täglich bei der Türe herein.

Der mittlere und kleinere Kunde tut`s auch und Firmen reagieren auf Adressen weniger, da sie selbst aus ökonomischen und organisatorischen Gründen sehr oft in eher trübseligen Gegenden ihre Gebäude und Fabriken errichten müssen. Folgen Sie trotzdem Ihrem Gefühl. In erster Linie müssen Sie sich im Viertel wohlfühlen und integriert sein. Kein Guru lehrt in unpassender Umgebung.

Das Wort "Dojo" heisst nicht umsonst Ort der Erleuchtung. Gute Ideen und Strategien sind nur dort zu Haus, wo auch Sie sofort Behagen verspüren.

TALENT

Begabung ist gut, Fleiss ist besser. Es ist wunderbar, wenn jemand talentiert ist, aber es gibt kaum eine universelle Hochbegabung. Stärken und Schwächen wechseln ab. Es ist dies der Schulzeit sehr ähnlich. Wer musisch ist, wird sich in Buchhaltung und Mathematik wahrscheinlich schwerer tun und das halt durchkämpfen müssen. Leitet man andere Detektive, wird man natürlich, auch wieder ähnlich den Leistungsgruppen, versuchen, den richtigen Mann oder die richtige Frau am richtigen Ort einzusetzen. Aus organisatorischen Gründen geht das nicht immer, was bedeutet, dass es bisweilen lange Gesichter gibt. Wer tut schon etwas Ungeliebtes mit grosser Begeisterung? So kann es vorkommen, dass ein Detektiv sich plötzlich in eine Sparte einarbeitet und dann entdeckt, dass er sein Handwerk auch auf dieser Ebene beherrscht und sich das zumindest finanziell auch gut auswirkt.

TELEFON

Ein selbständiger Detektiv braucht mindestens zwei Leitungen. Eine offizielle Telephonnummer, mit der er wirbt, die überall zu finden ist und eine zweite, den Geheimanschluss, den er dazu verwendet, zu recherchieren, mit Freunden zu tratschen, mit Informanten zu reden und Kontakte zu Mitarbeitern zu halten. Der Begriff Geheimanschluss bedeutet nur, dass er nicht im offiziellen Telefonbuch eingeschaltet ist. Wenn man ihn abhört, also vielleicht die Abwehr, Polizei, Stapo oder ähnliche Organisationen, dann ist eher der sogenannte Geheimanschluss gefährdet.  Also bitte auch dort beim Reden Vorsicht.

Bei alldem ist eines durchaus wichtig: Die vielen nicht vermeidbaren Gespräche am inoffiziellen Apparat, lassen die Leitung für Kunden frei! Es gibt immer einige alte griesgrämige Detektive, die jedermann ihr Leid klagen und stundenlang den einzigen Anschluss, über den sie verfügen, blockieren.

Denken Sie an meinen Satz: Die schlechtesten Jahreszeiten für die Konkurrenz sind: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.

Das Telephon ist die Nabelschnur zum Markt. Geben Sie Auskünfte. Geben Sie Auskünfte. Geben Sie Auskünfte. In früheren Jahrzehnten war es üblich, dass einige Detektive den Kunden unbedingt ins Büro lotsen wollten und am Telephon nicht einmal den Stundenpreis nannten.

Das war blanker Unsinn und es gibt diese Komiker nicht mehr. Warum sollte auch ein seriöser Interessent sich durch den Verkehrsstau kämpfen, nur um dann zu erfahren, dass die Sache für ihn zu teuer ist?

Und was die Konkurrenz betrifft, so darf sie ruhig anrufen. Wenn sie will, erfährt sie die Preise ohnedies.

Ich habe sehr viele Kunden dadurch gewonnen, dass ich eine erste, vorläufige und vor allem ökonomische Strategie am Telephon direkt angeboten habe. Das schafft Vertrauen und veranlasst viele Anrufer dazu, nicht mehr im Telephonbuch weiterzublättern. Beim Gespräch müssen Sie sitzen, damit Ihre Stimme nicht gehetzt klingt.

Strassenlärm, bellende Hunde, schreiende Kinder und Discomusik sind schlechte Hintergrundgeräusche. Sprechen Sie ruhig, nicht zu schnell und fahren Sie sofort alle Antennen aus, um den Anrufenden richtig einzuschätzen. Aus der Stimme können Sie das ungefähre Alter, die Bildung, den Lebensstandard und auch die berufliche Qualifikation ziemlich präzis erkennen.

Vorsicht bei Leuten, die über das Autotelephon kommen. Sie sind oft so hektisch, dass die Termine nicht halten und sie versuchen häufig sinnlose Soforteinsätze zu provozieren. Ein Soforteinsatz durch einen Unbekannten am Autotelephon bedeutet: Keine richtigen Unterlagen, keine Photos, kein Kostenvorschuss, keine Unterschrift und keine rechtliche Möglichkeit zum Geld zu kommen, wenn es sich um einen Negeranten handelt.

Lassen Sie auch das Telephon niemals- ich sage niemals- lange läuten. Der Anrufer glaubt nicht, dass Sie so viel zu tun haben. Er nimmt mit Recht an, dass Sie lax und indolent sind. Bei der japanischen Firma Nomura, dem grössten Broker der Welt, muss beim ersten Läuten abgehoben werden und die Stimme der jungen Dame sagt sofort: "Bitte entschuldigen Sie, wenn Sie warten mussten." Diese junge freundliche Stimme, im übrigen von ehemaligen Stewardess-Ausbildnerinnen geschult, hat immer etwas Weiches, Herzliches. Ich bezweifle, ob Broker weich und herzlich sind, aber eines steht fest: Die Methode ist gut und wirksam.

Wenn Sie gerade Ihre wohlverdiente Wurstsemmel kauen, spucken Sie sie aus. Kaugummi kauende und hörbar genüsslich rauchende Detektive sind auch nicht gerade das, was sich ein zukünftiger Klient vorstellt. Sie melden sich laut und deutlich mit dem Namen Ihrer Firma, daraufhin grüsst im Normalfall der Anrufer und nennt den Namen oder seine Firma. Sie antworten: "Was kann ich für Sie tun?" In der Folge entwickeln Sie das erste und wichtige Verkaufsgespräch.

Vermeiden Sie Hausbesuche, das wird immer noch fallweise getan. Nur Huren machen Hausbesuche. Ich halte nichts davon. Lassen Sie sich nicht auf ungefähre Termine ein. Wenn jemand sagt, ich komme zwischen 15.00 und 16.00 Uhr, bitten Sie ihn ruhig, ob es ihm möglich wäre, um 15.00 Uhr zu kommen, weil Sie ihm ohne Störung zur Verfügung stehen wollen. Das funktioniert immer.

Sprechen ist Verkaufen. Wäre ich Barmixer, würde ich einen gestressten Geschäftsmann auch nicht fragen, möchten sie einen einfachen oder doppelten Bourbon? Ein Doppelter, oder brauchen sie heute den Tripple-Bourbon? Auf diese Art verkaufe ich auf jeden Fall den Doppelten.

Wenn der zukünftige Kunde von Ihnen Terminvorschläge will, geben Sie genau zwei. Also zum Beispiel: Montag, 15.00 Uhr oder Dienstag 09.30 Uhr? Selbstverständlich kann ein Klient auch um Mitternacht zu Ihnen kommen. Entweder diktieren Sie den Auftrag ins Diktaphon für Ihre Sekretärin oder bearbeiten das Keyboard selbst. Da müssen Sie schon flexibel sein. Im allgemeinen vermeiden Kunden aber extreme Zeitpunkte.

Es fällt Ihnen am Telephon oder bei der ersten Konsultation keine vernünftige Lösung ein? Geben Sie dies ruhig zu. Sagen Sie, dass Sie das Problem nicht leichtfertig behandeln möchten und darüber nachdenken müssen. Bisweilen tue ich dies heute noch und fahre gut damit. Die hastigen Trouble-Shooter sind selten die Gewinner.

TRÄNENGAS

Tränen- oder Reizgas war in Österreich verboten. Das ist leicht erklärlich. Man befürchtete, ein leiser und wirksamer Angriff in krimineller Absicht wäre problemlos durchführbar.

Jetzt in der EU  gibt es frei im Handel den sogenannten Pfefferspray. Hauptsächlich in Form von kleinen Spritzdosen zum Preis von ca. S 220,-- aufwärts. Im Prinzip wird nicht mehr gesprüht, sondern ein dünner Flüssigkeitsstrahl fährt einige Meter gerade aus.

Wichtig ist, dass einem nicht der Wind ins Gesicht bläst, obwohl der Druck aus diesen Dosen Gegenwind überwindet. Ideale Distanz zum Angreifer ca. 1,5 bis 2 m. Laien neigen dazu, aus Angst zu kurz zu sprühen. Die Waffe ist schwer zu bekämpfen. Ich habe schon 120-Kilo-Restln verwelken sehen, wie die Primeln. Man kann die Augen nicht mehr öffnen, da die Sauerstoffzufuhr sofort neuerliches Brennen verursacht. Waschen mit klarem Wasser oder Borwasser aus der Apotheke, wie auch Augentropfen (VISADRON - frei erhältlich) helfen. Die Rötung bleibt trotzdem ca. zwei Tage.

URLAUBE

Finden dann statt, wenn wir Zeit dafür haben. Früher war es so, dass um die Weihnachtszeit herum und im Juli/August ruhigere Tage die Norm waren. Bedingt durch die Auslastung mit kommerziellen Causen gibt es diese "Umsatzlöcher" nicht mehr in diesem Ausmass.

Das bedeutet, dass man keinen Detektiv mehr fünf Wochen in die Ferien schicken kann. Es bleibt bei verlängerten, dienstfreien Wochenenden und maximal einer Woche irgendwo in der Sonne. Die meisten von uns haben auch nicht das Sitzfleisch, sich irgendwo lang grillen zu lassen.

UTENSILIEN

Ohne Werkzeug und Behelfe geht's nicht. Sie können vom Diebsfallenspray bis zum Radartunnel alles kaufen. Sie rufen die Firma "Vogel & Höller GmbH", Wien 10., Columbusgasse 45, Tel. 604-34-07, an. Dort kaufe ich, und nicht nur ich, meine Requisiten auch. Es ist dies eine kleine Spezialfirma für Polizei- und Detektivausrüstungen, die in die ganze Welt exportiert. Ein anderes Unternehmen dieser Art ist mir nicht bekannt, ich würde es Ihnen sagen. Die Leute dort werden gar nicht glücklich sein, wenn sie daraufkommen, dass sie in diesem Buch erwähnt sind, da sie ungern an Private verkaufen. Die Zeit der Erklärung steht in keiner guten Relation zum erwarteten Umsatz, aber ich kenne wirklich kein anderes Unternehmen dieser Art. Was man im eigenen Land kaufen kann, ist von Vorteil. Vor allem deshalb, weil Reklamationen in der Landessprache möglich sind. Mein altjapanisch hat sehr nachgelassen und ich würde mir schwer tun, in Tokio etwas durchzusetzen. Auch die USA kann man vergessen. Die antworten sowieso nur auf Briefe mit Bestellungen ab einer gewissen Grössenordnung. Deutschland und die Schweiz sind in Ordnung, wobei es in der BRD Anbieter gibt, deren Stärke lediglich in der Auflage des mehrsprachigen Katalogs liegt. In Wirklichkeit verstehen sie in einigen Fällen - wie zB. auf dem Elektroniksektor - einen Schmarren und sind nur darauf aus, Amateure zu "bedienen".

VERKLEIDUNG

Sie besteht nicht im falschen Bart oder einer besonderen Kleidung. Es gibt Detektive, die auffallen und andere, die nicht auffallen. Ich habe vor Jahren mit grossem Erfolg einen schwarzen Mitarbeiter eingesetzt. Vor allem bei Ehecausen war er hervorragend. Keine Zielperson konnte sich vorstellen, dass in der City von Wien ein Farbiger für ein örtliches Detektivunternehmen observiert. Er konnte mühelos längere Zeit angesetzt werden, einfach deshalb, weil er dermassen aus der Norm fiel, dass die Zuordnung zu einer Suchtruppe absurd erschien.

Es gibt natürlich Signalwirkungen und Verharmlosungseffekte. Wenn Sie über eine europäische Grenze fahren wollen, wird ein getunter Mercedes mit dunklen Scheiben, die schwarze Sonnenbrille, eine Lederjacke und eine breite goldene Halskette den Zollbeamten nicht dazu veranlassen, Sie auf jeden Fall durchzuwinken.

Umgekehrt kann es schon besser funktionieren. Wenn Sie mit konservativer Frisur oder kurzem Haarschnitt, Brille, mittelgrauem Anzug und englischen Schuhen ein Lokal betreten, indem zu jeder Tages- und Nachtzeit 120 Jahre Zuchthaus aufhältig sind. Man wird Sie für einen Trottel halten, möglicherweise für einen Vogel, den man rupfen kann. Aber das gilt natürlich nicht für Betrunkene. Die legen sich mit jedem an, der nicht bedrohlich wirkt und sich "bieder profiliert".

Die Verkleidung muss passen. Wenn Sie eine Figur haben, wie eine Birne, also oben schmal und unten breit und überdies blass aus der Wäsche schauen, kann man Sie nur schwer in Sportlerkreisen integrieren. Haben Sie ein Kreuz wie ein Schrank und sind auch sonst recht trapezförmig, wird die Tarnung als Buch- und Kunsthändler oder Bibliothekar kaum halten.

Am Land fallen Sie auf jeden Fall auf. Da können Sie sich anziehen wie Sie wollen. Es gibt kleine Orte, die nur aus "Jalousien-Zeugen" bestehen. Wenn Sie einen guten Magen haben und Essen wie Trinken vertragen, wirkt es immer hervorragend, wenn Sie sich einen Ecktisch nehmen und kräftig zulangen. Gemütliches Essen und Trinken wirkt auf die Umgebung immer beruhigend und seriös.

Lächerliche Kleinigkeiten können alles ruinieren. Das Stubenmädchen, das Ihren Detektivausweis oder den Puffer im Zimmer sieht - die stierln alle, glauben Sie es mir - schmeisst die ganze Tarnung um. Sogar das Autotelephon ist noch in manchen Gegenden verdächtig. Sie werden auch nicht den Playboy oder das Penthouse auf der Konsole liegen haben. Wenn schon, dann vielleicht auf dem Nebensitz Bücher mit Titeln, wie "Der Fliegenfischer im österreichischen Seengebiet" oder "Steine sammeln im Voralpenland". Passen muss es, dann untermauert es die Legende. Irgendwann geht immer einer hinaus, um zu pinkeln und dann natürlich auch Ihr Auto zu kontrollieren.

VERSICHERUNGEN

Die Assekuranz zahlt immer - nur nicht im Schadensfall. Das alte Scherzwort dürfte noch aus den Zeiten des seeligen Kabarettisten Farkas stammen. Wie dem immer auch sei, die Versicherungen haben eigene Recherchenabteilungen, verwenden aber bisweilen Talente von auswärts. Sei es, um die Wunschneurosen der Polizzennehmer einzudämmen, oder aber Tatbestände zu überprüfen, Unfälle zu rekonstruieren, Aufenthalte zu ermitteln und - gar nicht so selten - Rentenansprüche auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

Bei den Versicherungen hatte ich immer das Problem, dass der jeweilige Schadensreferent, mit dem ich ins Geschäft kam, sehr bald den Posten wechselte. Die Fluktuation auf dieser Entscheidungsebene ist sehr gross. Der Generaldirektor vergibt ja keine Klein- und Mittel-Aufträge. Der nächste Referent kennt einen nicht mehr und es kommt so gut wie niemals vor, dass man mit dem Namen und der Adresse "weitergereicht" wird. Zumindest sind das meine Erfahrungen. Im allgemeinen sind auch Versicherungen von minisaterieller Geruhsamkeit. Man hat dort im Gegensatz zur Privatwirtschaft kaum irgendein Verlusttrauma. Es ist soviel Geld da und es wird soviel verwirtschaftet. Das Klima ist nicht dazu angetan, tropfende Hähne reparieren zu lassen.

Für den jungen Detektiv ist eine Rechtsschutzversicherung, die im allgemeinen nicht zu teuer kommt, äusserst wichtig. Für die Eintreibung von berechtigten Forderungen macht sich das bezahlt. So lax die Versicherungen sind, haben sie doch ein gutes Gespür für effiziente Anwälte. Die unter Vertrag stehenden Anwälte der Rechtsschutzversicherungen sind im allgemeinen sehr leistungsfähig.

VERWANDTSCHAFT

Ich glaube, es war Lampedusa (der Leopard), der einmal das italienische Sprichwort notierte: „Begegne ich einem Verwandten, spüre ich einen Dorn im Schuh." Verwandtschaft ist ja etwas, was oft an die übelste Hausmeisterei grenzt. In früheren Jahrhunderten hat man es nur dann wichtig genommen, wenn etwas zu erben war oder die Verwandtschaft bedrohlich stark wurde. Ansonsten sah man die Sache gelassener. Bisweilen lauerte man mit der Armbrust und erledigte unangenehme Dinge oder ließ sie erledigen, bisweilen wurde durch Heirat oder Gift einiges geklärt. Bedeutende Familien hatten Mönche und gebildete Schreiber, die sich recht artig auf das Fälschen von Dokumenten verstanden. Heute erinnert das Ganze an ein permanentes Muttertags-Geraunze. Man muss zwischen Abstammung und Verwandtschaft unterscheiden. Die Abstammung ist wichtig, sehr wichtig, man muss sie akzeptieren und das Beste daraus machen, gegen die Verwandtschaft kann man sich allerdings wehren und sich distanzieren. Wie gravierend die Abstammung ist, können Sie dann erkennen, wenn Sie erstaunt registrieren, dass es Familien gibt, die 300 Jahre im Polizeiregister stehen, Selbstmörder hervorbringen oder regelmäßig Homos produzieren. Lassen Sie es mich ganz unwissenschaftlich erklären. Wenn ein Nilpferd im Wiener Tierpark Schönbrunn ein Baby bekommt, so ist das bitte kein Donaupferd, sondern nach wie vor ein Nilpferd. Sehen Sie, so sehe ich das. So wie ich eine Familie kenne, die bereits 3 Generationen lang Zuhälter hervorbringt, gibt es auch auf höherer Ebene Clans, die eine absolute Begabung für den Bankier-Beruf oder generell für Geld haben. Auch die Präferenz für Krieg, Führungsaufgaben, ja sogar selbstlose Aufopferung kommt sicher nicht von ungefähr. Also bemühe sich jeder nach seinen Gaben halbwegs anständig durchs Leben zu kommen, so leicht ist es ohnedies nicht.

VERWECHSLUNGEN

Das hat es gegeben und das wird es immer wieder geben. Ein Klient vergass uns mitzuteilen, dass seine zu beobachtende Frau eine nahezu gleichaltrige und ihr sehr ähnlich sehende Schwester hat. Die haben wir dann auch höchst erfolgreich tagelang observiert. Sie kreuzte am ersten Nachmittag der Observierung auf und wir waren alle recht glücklich. Bei der Präsentation der Beweisfotos war das Glück dann zu Ende.

Bei einer Tiefgarage in Wien ist es uns passiert, dass unser "Wild" mit einem 5ooer Mercedes, silbergrau mit noch unbekanntem Kennzeichen in das zweite Tiefgeschoss eingefahren ist, um dann auf der anderen Seite der Garage zu Fuss herauszukommen. Eine Stunde später haben wir ihn wieder bei der Ausfahrt "aufgenommen". In einer Villen-Gegend am Stadtrand ist er in eine hauseigene Garage, die sich mittels Funksteuerung öffnete, in das recht respektable und teure Anwesen hineingefahren. Es war der Steuerberater unserer Zielperson. Auch er mit dem gleichen Mercedes, in der gleichen Farbe. Er ebenfalls wie das Original mit dunkelgrauem Anzug und elegantem Hut bekleidet. Auf Distanz im Wagen war nicht der geringste Unterschied zu bemerken. Jeder Detektiv will, aus guten Gründen, ein Foto zur Identifizierung haben. Es muss keines aus neuerer Zeit sein, aber es hilft enorm. Auch eine ordentliche Personenbeschreibung sollte vorhanden sein.

Es kommt vor, dass Klienten den Wunsch äussern, man möge die Zielperson vor der Beobachtung aufsuchen und persönlich identifizieren. Das ist so gut wie nicht möglich, weil ein Augenkontakt die grosse Gefahr beinhaltet, dass sich der Observierte Gesicht und Äusseres des Detektivs merkt. Allenfalls kann ein anderer Detektiv die Identifizierung durchführen und dann dem Kollegen eine genaue, professionelle Beschreibung übermitteln.

Es gibt allerdings Beobachter, die so gut wie nie auffallen. Ich hatte in meiner Crew bis zu seiner Pensionierung einen älteren Mitarbeiter, 1,86 gross, mit schneeweißem Haar. Er sah wie ein Herr aus und war auch einer. Er ist nie aufgefallen. Seine Devise war immer:"Auf der Strasse sind so viele Menschen, warum soll ich nicht auch auf der Strasse sein?"

VIDOCQ

Eugéne François Vidocq

Gründer der französischen Sureté, Sohn eines Bäckers aus Arras, Schausteller, Soldat, Seemann, Strafgefangener (er prügelte einen Vorgesetzten, der seine Freundin verführt hatte), Ausbrecher. Zuletzt Zwangsarbeit im Bagno, Seite an Seite mit den Schwerstverbrechern jener Tage. 1799 dritte Flucht.

In der Folge lebte er als Altkleiderhändler in Paris. Von Ekel über die ehemaligen Mithäftlinge erfüllt, stellte er der Polizeipräfektur von Paris das Angebot, seine Kenntnis der Unterwelt, zur Verfügung zu stellen. Bedingung war der Erlass der Reststrafe.

Er wurde zum Schein verhaftet und ebenfalls zum Schein erfolgte ein neuerlicher Ausbruch. Sein Hauptquartier bezog er in der Petite Rue Sainte Anne. Aus einem  Geheimfonds bezahlte er zwanzig ehemalige Häftlinge, die er unter höchster Disziplin und Zucht hielt. In einem einzigen Jahr verhaftete er mit nur 12 Leuten 812 Mörder, Diebe, Einbrecher, Räuber und Betrüger. Er war an Orten tätig, wo sich viele Jahre kein Polizist mehr hingetraut hatte. Seine Organisation erhielt den Namen "Sureté" (Sicherheit) und gilt als Urzelle der französischen Kriminalpolizei. 1833 trat Vidocq zurück. Nicht ganz freiwillig. Man konnte anscheinend den Gedanken nicht ertragen, dass die gesamte Kriminalpolizei in Paris aus ehemaligen Häftlingen bestand. Er gründete ein privates Detektivbüro, wahrscheinlich das erste Europas, vielleicht auch der Welt. 1857 starb er nach einem behaglichen Lebensabend, als wohlhabender Geschäftsmann, Schriftsteller und Ideenlieferant für die Romane von Balzac.

V-MANN

Bezeichnung für jemanden, der - ohne einer Strafverfolgungsbehörde anzugehören - bereit ist, diese bei der Aufklärung von Straftaten längere Zeit vertraulich zu unterstützen, und dessen Identität grundsätzlich geheimgehalten wird (andere Bezeichnungen: Konfident, Vigilant, Spitzel). Damit lässt er sich vom Informanten unterscheiden, der im Einzelfall bereit ist, gegen Zusicherung der Vertraulichkeit, der Strafverfolgungsbehörde Informationen zu geben.

Informationen gibt es nur in den seltensten Fällen gratis. Sehen Sie unter Z wie "Zund" nach.

VORDERSCHAFTREPETIERER

Umgangssprachlich auch "Pumpgun" genannt. Ein mehrschüssiges, zumeist Schrotgewehr. Hervorragend für den Objektschutz geeignet. Ein echter Ausräumer für kurze Distanzen. Nach dem neuen Waffengesetz nicht mehr frei erhältlich. Für die Besitzer einer Pumpgun gab es die Anmeldefrist. Sondergenehmigungen sind nur schwer möglich. Wird von Kriminellen zumeist am Schaft und am Lauf verkürzt, um die Waffe leichter verborgen tragen zu können.

Auf kurze Entfernung absolut tödlich. Ein an sich primitives und grausliches Instrument, das aber starke Präventivwirkung zeigt. In so ein Rohr hineinschauen und das scharfe Klick-Klack des Repetierens zu hören, ist nichts Lustiges.

VORLEBENSRECHERCHEN

Nicht wenige Eltern möchten wissen, ob der junge Mann, den die Tochter nach Hause gebracht hat und der merkwürdigerweise drei blaue Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger tätowiert hat, wirklich ein Studienkollege von der UNI ist.

Vorsichtige Firmenleitungen begnügen sich nicht mit dem Strafregisterauszug. Sie wollen wissen, wie der finanzielle Status, das Erscheinungsbild der Familie und die Trinkgewohnheiten des neuen Mitarbeiters sind.

Die Erfolgsquote bei Ermittlungen dieser Art ist sehr hoch. Wichtig ist hier für den Detektiv, dass er quellenkritisch vorgeht. Es gibt Meister der Desinformation, die den Dolchstoss im Nebensatz perfekt beherrschen.

Wer einmal im Casino gesehen wird, ist noch lange kein Spieler und wer einmal beim Heurigen auf dem Weg zur Toilette Orientierungsschwierigkeiten hatte, muß nicht immer ein Säufer sein.

WAFFE

Wenn sich Manager bewaffnen, ist neben den beruflichen Gegebenheiten auch die Mentalität und die Art der ständig getragenen Kleidung zu berücksichtigen.

"Der 48jährige, noch immer sportlich wirkend, reisst die kurzläufige 357er Magnum aus dem Aussenholster. Sechs Schüsse "sitzen" im Plexus-Solaris-Raum der sieben Meter entfernten Zielfigur. Trainer und Schüler nicken zufrieden. Beide sind beruhigt und streben dem wohlverdienten "G'spritzten" im Klubhaus zu. Beide schwindelfrei aus Ahnungslosigkeit."

Wenn sich Manager bewaffnen, und sie tun dies bereits regelmässig, sind Alter, Körperbau, Temperament, Bildung, berufliche Gegebenheiten, Mentalität und Familienstand vorerst zu berücksichtigen.

Es macht einen grossen Unterschied, ob man sich und seine Familie beim "Schwammerlsuchen" schützen will, oder schwerste Angriffe zumindest für nicht unmöglich hält. Genügt im ersten Fall ein kurzläufiger fünf- oder sechsschüssiger Revolver, wird in anderen Situationen eine Automatik - nicht unter 9 mm Para - mit mindestens 15-Schuss-Magazin notwendig sein.

Auch die Tragart der Waffe ist von vielen Faktoren abhängig. Nichts gegen den Gürtelholster, aber jeder Profi weiß, dass nach mehreren Stunden Druck gegen Leber und Nieren den Träger lediglich ein einziger Wunsch beseelt: "Wenn ich schon zu Hause wäre und das Ding ablegen könnte!" Der etwas "langsamere" Schulterholster, bei dem die Waffe in der Achselhöhle hängt, bietet für manche Abhilfe. Sie müssen jedes System selbst ausprobieren.

Die sogenannte Revolvertasche (sie heisst wirklich bei den Schneidern so), also die rechte hintere Gesässtasche der Herrenhose, wird kaum mehr verwendet. Man kann im Auto damit nicht ordentlich sitzen, die Hose rutscht und die Waffe ziehen, ist eine eher humoristische Pantomime. Bis in die Zwischenkriegszeit war dies allerdings durchaus Usance.

Für Personen, die nicht zu stark gefährdeten Gruppen zählen, ist ein Revolver mittleren Kalibers (38-Spez.) angebracht. Leichte Handhabung, weniger Training, problemlose Wartung und wirkliche Funktionssicherheit sprechen dafür.

Wer sich vor Betrunkenen fürchtet, braucht nach Erfahrung und Gesetzeslage kein Sperrfeuer. Das österreichische Waffengesetz ist hier völlig klar. Die sogenannte Notwehr muss angemessen sein. Wenn man einem Mann, der mit einem Holzknüppel in 10 m Entfernung drohend fuchtelt, einen "Befreiungsschuss" verpasst, wird man streng bestraft.

Den Damen sei aber einmal deutlich gesagt: "Glauben Sie nicht, dass weibliche Schützen dumm, unbeholfen oder gar ängstlich sind. Frauen sind im allgemeinen äusserst konzentriert und brauchen lediglich am Beginn des Trainings etwas mehr Erklärung über die Waffe und ihre Handhabung."

YAKUZA

Japanische Verbrecher-Organisationen. Noch straffer organisiert als die italienischen oder amerikanischen Varianten. Zwei entscheidende Unterschiede dürfen bestehen. Die wirkliche Familie zählt bei der Yakuza nicht mehr, lediglich die neue "Familie", also die entsprechende Organisation, der die Japaner eine Art Samurai-Ethos unterlegt haben. Mit über 2.800 einzelnen Gangs und insgesamt an die 100.000 Mitgliedern wahrscheinlich die grösste organisierte Gruppe von Berufsverbrechern der Welt.

Die übliche Palette der Betätigungen bleibt: Glücksspiel, Drogen, Prostitution, Mädchenhandel, Immobilienschacher auf Druck und Kreditwucher, neben den bereits infiltrierten, legalen Firmen. Ich persönlich bin wissentlich noch keinem Yakuza begegnet, weiss aber, dass sie sowohl in Deutschland wie auch in Österreich bisweilen ebenfalls tätig sind.

Da alle Organisationen dieser Art nur in einem schützenden, subkulturellen Umfeld existieren können, glaube ich nicht, dass sie sehr rasch in Europa Fuss fassen werden, wenn man davon absieht, dass Einfluss über den Aktienmarkt natürlich schon vorhanden ist. Mit Sicherheit mischen sie in den USA bereits kräftig mit.

Mit der ihnen eigenen Befähigung zur Verdrängung gibt es die Yakuza in Japan und es gibt sie wieder nicht. In sehr guten Golf-Clubs haben sie keinerlei Zugang, andererseits weiss die flächendeckend und ausgezeichnet arbeitende japanische Polizei genau Bescheid.

Es gibt Filme, die sie verherrlichen und vielleicht sind sie auch für den nach unseren Begriffen äusserst tristen japanischen Alltag der grauen Mäuse so etwas wie insgeheime Fluchtpunkte persönlicher Phantasie. Europäern und anderen Ausländern gegenüber wird natürlich wie immer so wenig wie möglich zugegeben.

Auf bohrendes Fragen gibt es immer nur die stereotype Antwort: "Wissen Sie, das ist alles sehr kompliziert."

ZIELPERSON

Bei Ermittlungen "Der Recherchierte", bei Beobachtungen auch "Der Observierte" genannt. Diese Fachvokabel sind im übrigen auf der ganzen Welt in nahezu jeder Sprache gleich. Erfolgreich Observierte, die von ihrem Glück nichts wussten und erst später davon erfahren haben, erkennt man monatelang nachher noch daran, dass sie sich auf der Strasse unmotiviert ruckartig umdrehen und auf diese Art und Weise einen eher leicht gestörten Eindruck hinterlassen. Die Vorgangsweise hätte ihnen auch früher nicht genützt, weil professionelle Überwacher sehr oft auf dem gegenüberliegenden Gehsteig zu finden sind und bisweilen sogar vor dem Beobachteten gehen. Eine Methode, die in den Fussgängerzonen nicht immer durchführbar ist, und mindestens zwei bis drei Mann erfordert.

Vor vielen Jahrzehnten hat ein Wiener Detektiv, der schon lange tot ist, die "Beobachtungsbrille" erfunden. Es war dies eine Sonnenbrille, die auf beiden Innenseiten der Gläser schmale Spiegelstreifen montiert hatte. Damit konnte man diskret nach hinten blicken. Ob das sehr erfolgreich war, weiss ich nicht. Die Idee ist jedenfalls kennzeichnend für die 50er und 60er Jahre, in denen Ehecausen das Um und Auf des Berufes waren.

Mittlerweile spielt sich das Leben des Detektivs zum Großteil im Wagen ab. Im Unterschied zum Kino sind es nie grosse Pkw. Sie sind nicht wendig genug. Ideal sind die "Krafteier". Kleine Ausmaße mit viel hineingepackten PS. In den letzten Jahren kommen hinzu noch die Observierungsbusse mit zum Teil recht interessantem Innenleben. Vom drehbaren Sessel mit Videokamera und Feldstecher über das Notbett bis zum Trockenklo sind dem Einfallsreichtum lediglich finanzielle Grenzen gesetzt. Im allgemeinen beobachten junge Detektive lieber mit dem eigenen Pkw, gibt es doch Kilometergeld, das sich keinesfalls nach den amtlichen Sätzen richtet. Die Autos werden auf Biegen und Brechen gefahren. Niemand in dieser Branche kann auf einen kalten Motor Rücksicht nehmen. Die gesamte Technik des Verfolgungsfahrens verschleisst Mensch und Maschine. Versuchen Sie einmal einem x-beliebigen Fahrzeug im Stadtverkehr nachzufahren und bedenken Sie dabei, dass Sie dem Mann vor ihnen nicht auffallen dürfen. (Ein gutes Training für den Anfänger). Trotz grösster Bemühungen kann es vorkommen, dass man den Sichtkontakt verliert.

Zwei Modell-Situationen:

Ihre Zielperson steht bei Rot vor Ihnen an der Kreuzung. Sie lasssen einen Wagen dazwischen und sind der Dritte. Bei Grün kommen einige Pkw's über die Kreuzung, bei Ihrer Zielperson blinkt es grün und der Komiker vor Ihnen, der zu jener Sorte gehört, die erst den Gang suchen müssen, traut sich nicht mehr drüber und bleibt gleich wieder stehen. Nach links können Sie nicht mehr ausweichen, da steht ein Lkw und rechts ist der Gehsteig voller Passanten. Sie steigen aus und starren mit glasigem Blick dem Observierten nach. Beim Einsteigen können Sie noch das Ende einer langen Reihe von öbzönsten Flüchen hören, die Ihr Kollege auf dem Beifahrersitz zwischen den Zähnen hervorpresst, wobei er den Fahrer vor Ihnen, dessen Familie und Ahnen wie auch Nachfahren bis ins zehnte Glied verwünscht....

Streifungen ohne jedwede örtliche Eingrenzung bringen so gut wie nichts. Für diesen Tag ist Ende und man muss dem Klienten erklären, wieso das eben passiert ist. Gottseidank sind die meisten Kunden selbst Autofahrer und kennen derlei.

Zweite Variante:

Sie haben jemanden über 2oo km tadellos auf der Autobahn "gehalten". Im Stadtverkehr stehen Sie einen Wagen hinter ihm in der rechten oder linken Reihe. Er kommt über die Kreuzung, der nächste ebenfalls, da springt ein junger Polizist vom Gehsteig herunter und blockiert beide Kolonnen. Er lässt einen bulgarischen, oder rumänischen Riesen-Lkw mit 25 Tonnen im Schrittempo über die Kreuzung  kriechen, weil der noch von der letzten Grün-Phase übrig geblieben ist und eine Spur behindert. Glauben Sie mir bitte, kein Detektiv der Welt nimmt so etwas gelassen hin. Die Motivation in diesem Beruf ist ungeheuer gross. Das Nachhausefahren ohne Erfolg ist eine sehr trübsinnige Angelegenheit.

ZUND

Das ist jene geheime Mitteilung oder Information, die man wie einen Bissen Brot braucht. Leider selten ohne bestimmte Honorarforderung, die der selbständige Detektiv aber nicht zu Buche bringen kann. Die Finanzämter sind bei "Informationshonoraren" höchst misstrauisch. Sie sind bei Exportbetrieben gewohnt, die "nützlichen Abgaben" im Ausland zu akzeptieren, kennen aber die Probleme unseres Berufes zu wenig, um die Notwenigkeit dieser Zahlungen wirklich ermessen zu können.

Grössere Agenturen haben hier auch beträchtlichere Schwierigkeiten zu überwinden. Sie verfügen über kein schwarzes Geld, weil sie an Firmen, Rechtsanwälte und private Persönlichkeiten immer Rechnungen ausstellen und selbst bei der Aufforderung: "Ich brauche keine Rechnung" nicht zubeissen. Die Gefahr der Denunziation oder einer von der Konkurrenz gelegten Falle ist zu gross.

Es gibt alle möglichen und unmöglichen Tricks, um sogenannte Geldabflüsse darzulegen. Letztendlich ist dies kein Unterschleif, sondern nur eine Notwehrmassnahme, die nicht zu umgehenden Informationsgelder irgendwie erklären zu können. Das so gewonnene Geld bleibt nie in der Tasche des Detektivs. Ein Berufsrisiko, das bis jetzt noch kaum vermieden werden konnte.

NACHWORT

Ich hatte nie den Wunsch Detektiv zu werden. Beschützen, also Leibwächter zu sein, war mir alles. Ein Entscheid des Verwaltungsgerichtshofes aus 1973 hat meinen Beruf dem Detektivgewerbe zugeordnet. Ich habe mich zähneknirschend dem gefügt und es nicht bereut. Ich würde auch nichts bereuen, wenn es dazu Anlass gebe, weil ich prinzipiell von Reue nichts halte. Wem sollte sie auch nützen? Bemüht man sich ein anständiger Mensch zu sein und sein Bestes zu geben, dann bedarf es keiner Zerknirschung. An Glück glaube ich nicht, es lächelt zu selten. Wenn einer Pech hat, verhungert er auf den Sandwich-Inseln. Ich glaube an die 15 Profirunden im Ring und in den Ring steigt man als Profi nur, wenn man genug Luft und Kondition auch für die letzte Runde hat. Ein sehr hoher Beamter der österreichischen Regierung fragte mich vor einigen Jahren einmal: Sagen Sie bitte, wieso ist ein Mann wie Sie Detektiv geworden? Ich erzählte ihm jene Geschichte, die ich mit grossem Behagen an den Schluss meines Buches stelle:

Ein Herr von Distinktion besucht das beste Bordell der Stadt. Die "Koberin" erkennt sofort, wenn sie vor sich hat und beide sind sich einig, dass nur der Star des Hauses für diesen Kunden in Frage kommt. Er wird mit einer ungefähr 32jährigen Dame bekannt gemacht, die nicht nur eine Traumfigur hat, sondern auch über Charme und Esprit verfügt. Man isst und trinkt. Anschliessend plaudert sie mit ihm und er ist von ihr fasziniert. Sie setzt sich ans Klavier, spielt hinreissend Chopin und auf eine von ihm hingeworfene Testfrage antwortet sie gleichermassen in fliessendem Französisch. Er ist so begeistert, dass er unbedingt noch etwas wissen muss. Er nimmt einen innerlichen Anlauf und fragt: Bitte sagen Sie mir, wie kommt eine Frau wie Sie in so ein Haus? Sie wendet sich ihm strahlend zu und sagt: Ganz einfach, ich habe Glück gehabt.